Japanischer Roboter im All verschollen

13. November 2005, 19:43
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Bei Landeanflug auf Asteroiden vom Kurs abgekommen - "Hayabusa"-Forschungssonde soll trotzdem landen

Tokio - Wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Landung einer japanischen Raumsonde auf einem Asteroiden hat die Mission einen Rückschlag erlitten. Ein 591 Gramm leichter Hüpf-Roboter ist beim Probeanflug auf den Himmelskörper vom Kurs abgekommen. Das "Minerva" getaufte Flugobjekt sollte mit drei Farbkameras Bilder der Asteroiden-Oberfläche liefern.

"Leider hat Minerva am Samstag den Asteroiden nicht erkannt, das ist sehr enttäuschend", sagte Junichiro Kawaguchi von der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA am Sonntag. Allerdings habe man schon Daten über die Oberfläche des Felsbrockens, der "Itokawa" getauft wurde, im All gesammelt. Die Landung der Sonde "Hayabusa" sei weiter für den 19. November geplant. Die möglichen Landeplätze wurden schon fotografiert.

"Hayabusa" startete im Mai 2003 zu dem 290 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Asteroiden. Die Sonde soll nach der ersten Landung wieder abheben, um am 25. November auf "Itokawa" zurückzukehren. Ihre Aufgabe ist es, bei den Kurz-Trips Bodenproben zu sammeln und zur Erde zu transportieren. Es wäre das erste Mal, dass ein Raumschiff zwei Mal auf einem Asteroiden landet und dann erfolgreich zurückkehrt.

Die Landung auf der Erde ist für Juni 2007 geplant, dann soll "Hayabusa" an einem Fallschirm in der australischen Wüste zu Boden schweben. Das Zeitfenster ist knapp: Anfang Dezember muss die Sonde spätestens die Umlaufbahn des Asteroiden verlassen und die Rückreise antreten. Ursprünglich war die erste Landung für den 12. November geplant. Ob nach dem Verlust des Roboters "Minerva" eine abermalige Verzögerung eintritt, war am Sonntag zunächst unklar. (APA/AP)

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