Minister Begag: "Sozialer Aufzug" statt Polizei

18. November 2005, 15:51
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Kritik an Regierungspolitik - Wirft Sarkozy "kriegerische Semantik" vor

Paris - Der französische Minister für Chancengleichheit, Azouz Begag (UMP), hat die Regierungspolitik gegen die Unruhen in den französischen Vorstadtzonen kritisiert. Die jungen Leute in den Vorstädten "brauchen eher einen sozialen Aufzug als einen Bus voller Einsatzpolizisten CRS", erklärte der aus Algerien stammende Begag gegenüber der Tageszeitung "Le Parisien" (Sonntag-Ausgabe). Der 48-Jährige hat bereits mehrmals die harte Linie von Innenminister Nicolas Sarkozy (UMP) kritisiert.

Zum Konflikt mit Sarkozy, dem er eine "kriegerische Semantik" vorgeworfen hatte, meinte Begag, dass "die Polemik beendet" sei. "Es gibt heute einen nationalen Konsens, um sich aus der Krise zu befreien", sagte der Minister für Chancengleichheit und fügte hinzu: "Es ist ein absoluter Imperativ, die Ordnung wieder herzustellen. In dem Zusammenhang darf man nicht zögern."

In Frankreich kommt es seit 17 Nächten zu Ausschreitungen in zahlreichen Vororten, bei denen bereits tausende Autos und viele öffentliche Gebäude in Brand gesteckt wurden. Am Samstagnachmittag kam es in Lyon erstmals zu Straßenkämpfen zwischen Polizei und Randalierern im Stadtkern einer Metropole. (APA)

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