Tausende Kurden demonstrierten für friedliche Lösung der Kurdenfrage

22. November 2005, 19:38
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Kundgebung unter dem Motto "Demokratie und Frieden" - Regierung verspricht Aufklärung von Anschlag in Semdinli

Diyarbakir - Mehr als zehntausend Menschen haben am Sonntag im Südosten der Türkei für eine friedliche Lösung der Kurdenfrage demonstriert. Die Kundgebung unter dem Motto "Demokratie und Frieden" in der überwiegend von Kurden bewohnten Stadt Diyarbakir wurde von zahlreichen Sicherheitskräften überwacht, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Zu der Veranstaltung hatten örtliche Nichtregierungsorganisationen und pro-kurdische Parteien aufgerufen. Die Demonstranten skandierten Slogans zugunsten der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und ihres inhaftierten Anführers Abdullah Öcalan. "Die PKK ist das Volk", riefen sie.

Anschlag wird untersucht

Unterdessen kündigte die türkische Regierung an, die Hintergründe eines Anschlags in der ebenfalls kurdischen Stadt Semdinli aufzuklären, durch den am Mittwoch zwei Menschen ums Leben gekommen waren. Einwohner und örtliche Politiker vermuten hinter dem Anschlag auf eine Buchhandlung einen Streit zwischen Geheimdienstleuten, die gegen die PKK kämpfen, und staatlichen Ordnungskräften. Ein Unteroffizier und ein weiterer Mensch wurden am Samstag wegen versuchten Mordes angeklagt, da sie nach dem Anschlag Schüsse auf eine wütende Menge abgefeuert hatten, die einen Verdächtigen lynchen wollte.

Die PKK, die von der Europäischen Union und den USA als terroristische Vereinigung eingestuft wurde, hatte zwischen 1999 und 2004 eine Waffenruhe ausgerufen. In den vergangenen Monaten nahmen ihre gewalttätigen Aktionen wieder zu. Seit 1984 kamen bei den Auseinandersetzungen zwischen PKK und türkischen Sicherheitskräften rund 37.000 Menschen ums Leben. (APA)

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