Soziales Engagement als Abenteuer

17. Mai 2006, 10:01
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Die Caritas hat Wege gefunden, soziales Engagement für Jugendliche attraktiv zu machen und bietet "soziale Abenteuer"

"Die Jugendlichen finden auf unterschiedlichen Wegen zu uns. Einerseits gehen wir in Schulen, wir machen immer wieder Projektstunden, Projektwochen. Wir kommen in den Religionsunterricht oder alle anderen Fächer, wo wir eingeladen werden", erklärt Gabriela Sonnleitner, die die Kommunikation der Caritas Österreich leitet. Die Caritas besucht einige hundert Schulen pro Jahr. Aus ganz unterschiedlichen Themen wie Auslandsarbeit, Katastrophenhilfe oder Obdachlosigkeit entstehen Projekte, die dann andererseits wieder oft zu Besuchen der Jugendlichen in den Einrichtungen der Caritas führen. Einen weiteren Zugang zu jungen Menschen findet die Caritas über Firmgruppen und andere Jugendorganisationen.

Aktionen

Alle Jugendlichen arbeiten ehrenamtlich. Sie arbeiten zum Beispiel bei einem Workcamp in Albanien mit oder sie besuchen die Einrichtungen der Caritas, wo es oft zu Diskussionen und Gesprächen kommt. "Aber es gibt auch größere Aktion wie unsere Aktion "72 Stunden ohne Kompromiss", wo unter anderem die Caritas einlädt, drei Tage lang spezielle Projekte auf die Beine zu stellen. Von der Spielplatzgestaltung bis zum Ausmalen eines Raumes in einer Behinderteneinrichtung sind das also ganz bunte, turbulente Projekte", so Sonnleitner. Bei der letzten Aktion hätten 5.000 junge Menschen mitgearbeitet.

Caritas für Junge

"Wir wollen einfach den Jugendlichen ein Gespür dafür geben, was unsere Arbeit bedeutet, was wir tun", erklärt Sonnleitner das Anliegen der Caritas, die Jugendlichen für soziale Themen zu sensibilisieren. Eine Kommunikationsplattform speziell für junge Menschen ist die Young Caritas. "Dinge mit anderen Augen anzuschauen, einen anderen Standpunkt einzunehmen, das ist die Young Caritas, da haben wir speziell für die Jugendlichen eine Kommunikationsschiene kreiert", freut sich Sonnleitner. Die Caritas ist föderalistisch organisiert, in jedem Bundesland gibt es eine Young Caritas, die sich selbst als "Drehscheibe" zwischen der Caritas und jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sieht.

Jugendplattform im Internet

Auf der neuen Homepage www.youngcaritas.at finden interessierte Jugendliche Informationen zu aktuellen Aktionen, an denen sie sich aktiv beteiligen können. Im Herbst dieses Jahres waren Jugendliche im Rahmen des Wettbewerbs "Notaufnahmen" dazu aufgerufen, ihre Sicht von Armut und sozialer Ausgrenzung auf Film zu bannen. "Da haben wir ganz tolle Fotos bekommen", ist Sonnleitner begeistert. Mit coolen Sprüchen wie "Alle Menschen sind Ausländer" oder "Not gehört ausgehungert" kann sich die Young Caritas auch modisch in Form von T-Shirts sehen lassen und spricht damit auch das Modebewusstsein junger Menschen an. Die Website bietet außerdem Informationen über die Arbeit der Caritas in den Bundesländern, in verschiedenen Ländern und bietet Veranstaltungshinweise zu Konzerten oder Filmpremieren.

Von Marietta Türk

Link

youngcaritas.at

  • Bei der Aktion "Notaufnahmen" haben Jugendliche ihre Sicht von Not und Armut auf Fotos festgehalten.
    foto: pia zidar

    Bei der Aktion "Notaufnahmen" haben Jugendliche ihre Sicht von Not und Armut auf Fotos festgehalten.

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