Irak rechnet bis Ende 2006 mit Vereinbarung zu US-Abzug

15. November 2005, 07:46
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Talibani: "Wir freuen uns auf den Tag, an dem wir uns von den Koalitionstruppen verabschieden können"

Rom/Dearborn - Die irakische Regierung rechnet bis Ende 2006 mit einer Vereinbarung zum Abzug der US-geführten Truppen aus dem Land. Bis dahin werden die USA und andere Länder ihre Militärpräsenz voraussichtlich bereits allmählich verringern.

Bedingungen für Abzug

Im Irak werde mit der Ausbildung von Polizei und Sicherheitskräften daran gearbeitet, um die erforderlichen Bedingungen für einen Abzug zu erfüllen, sagte Iraks Präsident Dschalal Talabani am Samstagabend vor Journalisten in Rom. Sein Stellvertreter, der irakische Vize-Präsident Abdel Abdul Mahdi, sagte auf einer USA-Reise in Dearborn, er rechne bereits im Laufe des nächsten Jahres mit einem Teil-Abzug der multinationalen Streitkräfte aus seinem Land.

Gewalt verzögert Abzug

"Wir freuen uns auf den Tag, an dem wir uns von den Koalitionstruppen verabschieden können", sagte Talabani am Ende seiner einwöchigen Italien-Reise. Wenn die Dinge so weiter gehen wie bisher, könne bis Ende 2006 über das Ende der Präsenz ausländischer Truppen diskutiert werden. Zu Detailfragen wolle er sich nicht äußern, "um bei den Terroristen nicht den Eindruck zu erwecken, sie hätten gewonnen", sagte er. Die fast tägliche Gewalt im Irak durch Aufständische verzögere den Truppenabzug. Italien dankte er für die Unterstützung in dem Land mit 2900 Soldaten.

Gespräch mit Rumsfeld

Mahdi hatte nach eigenen Angaben bei einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in dieser Woche die Rückzugsmöglichkeiten für die US-Truppen im Irak besprochen. Er und Rumsfeld seien optimistisch, dass der Aufbau der irakischen Truppen so verlaufe, dass sie die Situation meistern könnten. Die USA haben 150.000 im Irak stationiert. Mehr als 2060 Soldaten wurden bei Gewalt getötet. (Reuters)

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