Hunderttausende demonstrieren gegen Bildungsreform

18. November 2005, 10:09
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Angaben schwanken zwischen 400.000 und 1,5 Millionen - Proteste vor allem gegen vorgesehene Abwertung des Faches Religion

Madrid - Hunderttausende Menschen haben am Samstag in Madrid gegen eine geplante Bildungsreform der sozialistischen Regierung von Premier Jose Luis Zapatero (PSOE) demonstriert. Der Protest richtete sich vor allem gegen die vorgesehene Abwertung des Faches Religion in den Schulen. So soll die Religionsnote künftig für die Versetzung oder den Schulabschluss keine Rolle mehr spielen. Bisher wurde Religion wie jedes andere Fach bewertet.

Die von katholischen Eltern- und Lehrerverbänden organisierte Kundgebung wurde von der Bischofskonferenz und der oppositionellen Volkspartei (PP) unterstützt. Die Veranstalter bezifferten die Zahl der Teilnehmer auf 1,5 Millionen, die Regierung sprach dagegen von rund 400.000 Demonstranten. Unter ihnen waren auch sechs Bischöfe sowie hochrangige Politiker der PP, etwa ihr Generalsekretär Angel Acebes.

Demonstranten befürchten Verschlechterungen

Die Demonstranten forderten die Regierung auf, die Reform zurückzunehmen und mit der Opposition einen Bildungs-Staatspakt auszuhandeln. Die geplante Neuregelung erleichtere die Versetzung auch bei schlechten Noten, verringere die staatliche Unterstützung für Privatschulen und schränke die Möglichkeit der Eltern bei der Wahl der Schule für ihre Kinder ein, kritisierten die Veranstalter. Insgesamt trage die derzeit vom Parlament diskutierte Reform zu einer Verschlechterung des spanischen Schulwesens bei.

Die Demonstranten trugen laut spanischer Nachrichtenagentur EFE Transparente mit Aufschriften wie "Ich will nicht von Zapatero erzogen werden" oder "Zapatero verdient einen Fünfer". Bildungsministerin Maria Jesus San Segundo wies die Vorwürfe zurück. Die Reform sorge für mehr Chancengleichheit und werde die Qualität der Schulbildung erhöhen. (APA/dpa/EFE)

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