UNO-Ermittler: "Es gab ein CIA-Gefängnis in Ungarn"

25. November 2005, 15:12
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Angeblich auch in Polen und Rumänien - Regierung in Budapest dementiert

Budapest - Es gab ein Geheimgefängnis der CIA in Ungarn - behauptet Cheriff Bassiouni, UNO-Ermittler in Afghanistan. Wie die Ungarische Nachrichtenagentur MTI am Samstag berichtet, wolle das ungarische Außenministerium Kontakt zu dem ägyptischen Professor aufnehmen, um zu erfahren, wie er seine Behauptung begründet.

Bassiouni hatte in der Zeitung der italienischen Kommunistischen Partei "Il Manifesto" von der Tatsache gesprochen, dass in Ungarn, Rumänien und Polen Gefangene in "CIA-Gefangenenlagern gequält wurden".

Regierung in Budapest dementiert

Viktor Polgar, Sprecher des ungarischen Außenministeriums, verwies darauf, dass es in Ungarn keine Geheimgefängnisse der CIA gegeben hätte und nicht geben werde. Der namhafte Professor habe zur Belegung seiner Behauptung keine Fakten oder Beweise vorgelegt. Das Außenministerium wolle nun den Kontakt zur Zeitung "Il Manifesto" sowie über die UNO-Mission zu Bassiouni aufnehmen.

Die US-Zeitung "Wahington Post" hatte Anfang November behauptet, die CIA würde in mehreren Ländern Mittelosteuropas Geheimgefängnisse unterhalten, in denen Top-Terroristen verwahrt würden. Der ungarische Premier Ferenc Gyurcsany dementierte die Behauptung und erklärte, Ungarn habe nie ein Ersuchen aus Washington hinsichtlich der Schaffung von Geheimgefängnissen erhalten. (APA)

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