Angeblich auch in Polen und Rumänien - Regierung in Budapest dementiert
Budapest - Es gab ein Geheimgefängnis der CIA in Ungarn -
behauptet Cheriff Bassiouni, UNO-Ermittler in Afghanistan. Wie die
Ungarische Nachrichtenagentur MTI am Samstag berichtet, wolle das
ungarische Außenministerium Kontakt zu dem ägyptischen Professor
aufnehmen, um zu erfahren, wie er seine Behauptung begründet.
Bassiouni hatte in der Zeitung der italienischen Kommunistischen
Partei "Il Manifesto" von der Tatsache gesprochen, dass in Ungarn,
Rumänien und Polen Gefangene in "CIA-Gefangenenlagern gequält
wurden".
Regierung in Budapest dementiert
Viktor Polgar, Sprecher des ungarischen Außenministeriums, verwies
darauf, dass es in Ungarn keine Geheimgefängnisse der CIA gegeben
hätte und nicht geben werde. Der namhafte Professor habe zur Belegung
seiner Behauptung keine Fakten oder Beweise vorgelegt. Das
Außenministerium wolle nun den Kontakt zur Zeitung "Il Manifesto"
sowie über die UNO-Mission zu Bassiouni aufnehmen.
Die US-Zeitung "Wahington Post" hatte Anfang November behauptet,
die CIA würde in mehreren Ländern Mittelosteuropas Geheimgefängnisse
unterhalten, in denen Top-Terroristen verwahrt würden. Der ungarische
Premier Ferenc Gyurcsany dementierte die Behauptung und erklärte,
Ungarn habe nie ein Ersuchen aus Washington hinsichtlich der
Schaffung von Geheimgefängnissen erhalten. (APA)