"Versammlungsverhinderung": FPÖ bezweifelt Rohrbruch und verdächtigt BZÖ

12. November 2005, 16:55
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Freiheitliche Veranstaltung in Klagenfurt in Gefahr - Besichtigung des Wasserrohrbruchs aber verweigert - FPÖ vermutet Haider als Verhinderer des Treffens

Klagenfurt - Hohe Wellen in den Reihen der FPÖ gibt es im Vorfeld einer für kommenden Dienstag geplanten Veranstaltung in Klagenfurt. Das vorgesehene Veranstaltungszentrum wurde angeblich von einem Wasserrohrbruch heimgesucht, weshalb die Freiheitlichen wieder ausgeladen wurden. Generalsekretär Karlheinz Klement äußerte am Samstag gegenüber der APA deswegen den Verdacht einer "Versammlungsverhinderung", die im Umfeld von BZÖ-Landeshauptmann Jörg Haider ihren Ursprung haben könnte.

5.000 zu FPÖ-Veranstaltung eingeladen

Wie Klement schilderte, gebe es mit dem "Arteciello" einen Vertrag auf Benützung der dortigen Räumlichkeiten für die Informationsveranstaltung mit Heinz-Christian Strache, Volksanwalt Ewald Stadler und anderen FPÖ-Politikern. Dazu habe man 5.000 Personen angeschrieben und eingeladen. Jetzt sei der Partei aber mitgeteilt worden, dass am geplanten Veranstaltungsort ein Wasserrohr gebrochen sei und die Kundgebung deswegen nicht stattfinden könne.

"Wir haben das sehr bezweifelt und uns die Frage gestellt, ob in Klagenfurt Veranstaltungen nicht durchgeführt werden dürfen, wenn der Landeshauptmann es nicht will", meinte Klement in Anspielung auf den Umstand, dass die Freiheitlichen unter Haider im "Arteciello" schon des Öfteren zu Gast waren. So war dort in einer Sitzung der Bundespartei im März dieses Jahres der rechte Parteiflügel um Strache und Andreas Mölzer entmachtet worden. Die damalige Parteichefin Ursula Haubner hatte nach dieser denkwürdigen Sitzung erstmals von einer "FPÖ neu" gesprochen. Wenige Wochen später kam es zur Gründung des BZÖ.

Rohrbruch-Besichtigung verweigert

Die jetzige FPÖ-Führung vermutet deshalb, dass sie in besagtem Veranstaltungszentrum nicht willkommen sei. Man habe nämlich an die dortige Geschäftsführung das Ersuchen gerichtet, sich vom angeblichen Wasserrohrbruch im Beisein eines Anwaltes selbst überzeugen zu dürfen. Mit den Worten "Das kommt nicht in Frage" sei dieses Ansinnen aber schroff zurück gewiesen worden, behauptet Klement.

Ersatzort Konzerthaus

Die Informationsveranstaltung am Dienstagabend soll jetzt im Klagenfurter Konzerthaus über die Bühne gehen. Man habe diesbezüglich eine mündliche Zusage erhalten, sei allerdings skeptisch, ob diese auch eingehalten werde, meinte Klement. Er äußerte in diesem Zusammenhang die Befürchtung, dass Konzerthaus-Direktor Franz Widrich aus der Umgebung Haiders unter Druck gesetzt werden könnte, seinen Saal nicht an die FPÖ-Spitze zu vermieten. In diesem Fall würde man die Kundgebung vor der Parteizentrale auf dem Feldmarschall-Conrad-Platz abhalten.

Der FPÖ-Generalsekretär kann aber beruhigt sein. Widrich garantierte Samstagabend auf Anfrage der APA, er habe sein Haus wirtschaftlich zu führen: "Jeder, der zahlt, ist bei uns ein gern gesehener Gast."(APA)

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