"Focus": VW-Spitze lehnt Hartz-Nachfolger Neumann ab

13. November 2005, 14:13
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Auch Wulff soll protestiert haben - Wunschkandidat des IG-Metall-Chefs und VW-Aufsichtsrats Jürgen Peters

München - In der Spitze des größten deutschen Autobauers Volkswagen gibt es offenbar Unmut über den neuen Personalvorstand Horst Neumann. Sowohl VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder als auch Markenvorstand Wolfgang Bernhard hätten sich gegen Neumann als Nachfolger von Peter Hartz ausgesprochen, der in der Schmiergeldaffäre zurückgetreten war, berichtete das deutsche Nachrichtenmagazin "Focus" am Samstag im Voraus. Die beiden Topmanager befürchten demnach, dass der Gewerkschaftsvertreter den strikten Sparkurs im Konzern torpedieren könnte.

Der 56-Jährige Neumann, bisher Audi-Vorstand, war am Freitag vom VW-Aufsichtsrat zum Hartz-Nachfolger gewählt worden. Er gilt als Wunschkandidat des IG-Metall-Chefs und VW-Aufsichtsrats Jürgen Peters. Im Zuge des massiven Sparprogramms bei VW sollen tausende Stellen vor allem im Wolfsburger Stammwerk abgebaut werden. Laut Medienberichten stehen europaweit mindestens 14.000 Stellen auf der Kippe, davon allein 10.000 in Deutschland.

Laut "Focus" befürchten VW-Manager nun, dass Sanierer Bernhard den Konzern verlassen könnte. Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) habe als Vertreter des Landes und als Aufsichtsrats-Vize gegen die Wahl Neumanns protestiert, hieß es in dem Bericht. (APA/AFP)

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    foto: epa/hildenbrand
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