Druck auf Stoiber nimmt vor Parteitag der deutschen CSU zu

12. November 2005, 14:41
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Junge-Union-Chef in Bayern ruft im "Focus" zum "Putsch" auf - Landtagspräsident Glück hält Sturz Stoibers nicht für ausgeschlossen

München - Der Druck auf CSU-Chef Edmund Stoiber nimmt vor dem Parteitag in München am Montag zu. Der bayrische Junge-Union-Chef Manfred Weber forderte im Magazin "Focus" einen "Putsch" gegen Stoiber, falls dieser keine Konsequenzen ziehe und sich die Lage bis zum Frühjahr nicht verbessere.

Sollte die Unruhe an der Basis nicht abnehmen, "muss in einem halben Jahr einer den Putsch wagen", sagte Weber gegenüber dem Magazin. "Wenn es zu diesem Putsch kommt, dann aus der Landtagsfraktion", fügte er hinzu. Auf dem Kleinen Parteitag am Montag will die CSU den Koalitionsvertrag absegnen.

"Für den Edmund" wird es eng

Auch Landtagspräsident Alois Glück (CSU) hält einen Sturz Stoibers laut "Focus" nicht für ausgeschlossen. "Wenn sich in den kommenden Monaten nichts verbessert, wird es für den Edmund eng", sagte Glück laut dem Magazin zu Parteifreunden. Ähnlich soll sich auch der bayrische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu geäußert haben.

Dem Bericht zufolge kursieren bereits zwei Nachfolgeszenarien für Stoiber. In beiden sei Bayerns Innenminister Günther Beckstein als neuer Ministerpräsident vorgesehen. Eines der beiden Szenarien sehe zudem Staatskanzlei-Chef Erwin Huber als neuen Parteichef, ein anderes den designierten deutschen Landwirtschaftsminister Horst Seehofer. Beckstein und Huber hatten vor Stoibers Rückzug aus Berlin als Nachfolger im Amt des bayrischen Ministerpräsidenten gegolten. (APA)

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    In Stoibers Partei werden "Putsch"-Rufe laut.

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