Christliche Kirchen in Pakistan in Brand gesetzt

15. November 2005, 10:24
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Nach Berichten über Koran-Schändungen durch Christen - Etwa zwei Dutzend Angreifer wurden festgenommen

Lahore - Nach Berichten über Koran-Schändungen durch einen Christen hat eine Menschenmenge von annähernd 1500 aufgebrachten Muslimen im Osten Pakistans zwei christliche Kirchen in Brand gesetzt. Eine Schule, ein Schülerwohnheim und ein katholisches Pfarrhaus wurden ebenfalls von den Flammen beschädigt, doch wurde niemand verletzt, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Etwa zwei Dutzend Angreifer wurden festgenommen. Der Zwischenfall ereignete sich in Sangla Hill, rund 130 Kilometer nordöstlich von Lahore. Dort soll ein Christ zuvor Exemplare des Korans verbrannt haben.

1998 hatte der katholische Bischof von Faisalabad, John Joseph, aus Protest gegen die Benachteiligung von Christen in Pakistan Selbstmord begangen, wobei die Umstände seines Todes nicht völlig geklärt sind. Das Regime von Staatschef General Pervez Musharraf hatte mehrfach angekündigt, dass Anklagen wegen Gotteslästerung gegen Christen nur dann vor Gericht gebracht werden sollten, wenn vorher eine öffentliche Untersuchung stattgefunden habe. In der Vergangenheit hatten Vorwürfe, Christen hätten den Propheten Mohammed oder den Koran beleidigt, zu Unruhen und Gewalttaten gegen die christliche Minderheit geführt. Christen hatten beklagt, dass das pakistanische Antiblasphemiegesetz dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet habe. (APA/AP)

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