Bodensee-Schifffahrt: Gorbach sieht keine Unvereinbarkeit

12. November 2005, 14:34
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"Da lachen ja die Hühner" - Darabos: Totalversagen bei ÖBB-Reform müssten Bediensteten büßen

Wien - Vizekanzler Hubert Gorbach (B) hat sich am Samstag neuerlich gegen den Vorwurf der Unvereinbarkeit im Zusammenhang mit dem Verkauf der ÖBB-Bodensee-Schifffahrt an die Illwerke und den Touristik-Unternehmer Walter Klaus verwahrt. "Da lachen ja die Hühner", meinte er in der Ö1-Reihe "Im Journal zu Gast". Gorbach möchte nach seiner politischen Laufbahn zu Klaus wechseln.

Auf die Frage, was er als Oppositionspolitiker gesagt hätte, wenn ein Freund eines roten Verkehrsministers bei einer Privatisierung zum Zug gekommen wäre, meinte Gorbach: "Bravo hätte ich gesagt", wenn dieser Freund ein "Top-Unternehmer" wie Klaus wäre.

Einen genauen Zeitpunkt für einen Wechsel zu Klaus nannte Gorbach nicht. Es gebe lediglich eine Grundsatzvereinbarung, dass er nach dem Ende seiner politischen Karriere dort hin wechseln könne. Dass das bereits 2006 sein werde, sei falsch von den Medien berichtet worden. Hinsichtlich seiner Zukunft zitierte der den deutschen Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer: "Schau ma mal, dann werden wir schon sehen."

Neuerlich Kritik von SPÖ und FPÖ

Neuerliche Kritik in Sachen ÖBB-Dienstrecht und der Bodensee-Schifffahrt gab es für Vizekanzler Hubert Gorbach (B) am Samstag von SPÖ und Freiheitlichen. SP-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos meinte in einer Aussendung: Während Gorbach "seine Schäfchen ins Trockene bringt und sich mit dem Verkauf der Bodensee-Schifffahrt sein Lebenseinkommen sichert, will er die Bediensteten der ÖBB für sein Totalversagen bei der ÖBB-Reform büßen lassen".

FP-Generlsekretär Herbert Kickl kritisierte Gorbach für dessen Aussage, in den nächsten drei bis vier Monaten eine Lösung im ÖBB-Streit finden zu wollen. Das bedeute in Wahrheit nur, dass "er sich in der kurzen Zeit, die ihm als Minister noch bleibt, nicht mehr mit seinen ihm so lästigen Aufgaben herumschlagen will", so Kickl. Gorbach wolle sich "seine letzten Ministermonate offenbar mit Nichtstun versüßen". Sollte er zum von ihm genannten Zeitpunkt noch im Amt sein, werde es beim Dienstrecht "einen wie üblich unüberlegten Schnellschuss geben". (APA)

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