Pfizer warnt vor gefälschten Pillen

13. November 2005, 11:15
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"Wenn Sie Glück haben, ist nichts drin, wenn Sie Pech haben, ist das Falsche drin"

Vor einem wachsenden Angebot gefälschter Arzneimittel vor allem im Internet warnt der Pharmakonzern Pfizer. "Das ist ein Problem, was unterschätzt wird", sagte der Chefjurist des weltweit größten Arzneimittelherstellers, Michael Klein. "Gefälscht wird überall dort, wo man sich scheut, in die Apotheke zu gehen: vom Potenzmittel bis hin zu Mitteln gegen Haarausfall oder gegen Fettleibigkeit." Die Fälschungen seien teils so gut, dass man sie nicht vom Original unterscheiden könne, sagte Klein in Karlsruhe.

Chemische Analyse

"Wir müssten die Ware chemisch analysieren, um die Fälschung zu erkennen", sagte Klein. Die Fälscher nutzten originale Produktionsnummern und mit größter Präzision auch spezielle Schutz-Hologramme. Bei organisierten Fälscherbanden in Osteuropa und Asien gebe es gar mafiöse Strukturen. Klein forderte, die Strafe für das Fälschen der Pillen und das Inverkehrbringen deutlich zu erhöhen.

Zehn Millionen Viagra

Pfizer ist mit seinem Potenzmittel Viagra besonders betroffen. Allein im vergangenen Jahr seien zehn Millionen gefälschte Viagra-Tabletten von Behörden beschlagnahmt worden. Der Schaden belaufe sich mindestens auf zweistellige Millionensummen.

"Auch bisherige Vertriebswege nicht sicher"

Laut Klein sind im Internet "unglaubliche Mengen" gefälschter Arzneimitteln zu finden. "Wer im Internet bestellt - und damit meine ich nicht zugelassene Internet-Apotheken - handelt leichtfertig", sagte der Pfizer-Manager. "Wenn Sie Glück haben, ist nichts drin, wenn Sie Pech haben, ist das Falsche drin." Klein warnte jedoch davor, ausschließlich das Internet für das Problem verantwortlich zu machen: "Auch der bisherige Vertriebsweg in Deutschland ist keineswegs sicher."

Pfizer arbeite wegen des Problems an fälschungssichereren Verpackungen. Auch geplante Änderungen im Vertriebssystem sollen mehr Sicherheit bringen: Der Weg eines Medikamentes solle künftig lückenlos vom Hersteller bis zur Apotheke nachverfolgt werden können.(APA/dpa)

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