Vogelgrippe auch in Kuwait und weiterer chinesischer Provinz

16. November 2005, 17:31
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Neue Fälle bei Geflügel in chinesischer Provinz Hubei - Einjähriger Bub in Thailand positiv auf Vogelgrippe getestet

Kuwait-Stadt/Kairo/Peking/Bangkok - In Kuwait ist nach dem ersten Auftauchen des auch für Menschen gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 in der Golfregion Kritik an den Behörden laut geworden. Zwar sei Geflügelfleisch untersucht worden, der Test auf Vogelgrippe sei den einheimischen Behörden aber gar nicht möglich gewesen, berichtete die kuwaitische Zeitung "Al-Watan".

China: H5N1-Erreger in weiterer Provinz

In China wurde unterdessen nach Angaben des Agrarministeriums in einer weiteren Provinz der H5N1-Erreger nachgewiesen. Es ist bereits der achte gemeldete Fall seit einem Monat. In Vorbereitung auf eine weltweite Vogelgrippe-Epidemie hat China nach Medienberichten ein eigenes Anti-Grippemittel entwickelt.

Es handle sich um ein Alternativ-Präparat zu dem vom Schweizer Pharmaunternehmen Roche produzierten Tamiflu, berichtete die Zeitung "Information Times" unter Berufung auf den Direktor des Guangzhou-Instituts für Atemwegserkrankungen, Zhong Nanshan. Das neue Mittel sei bei der Bekämpfung des Virus sehr effektiv, wurde Zhong zitiert. Nähere Angaben dazu, wann das Präparat erhältlich sei, machte das Blatt nicht.

31.000 Vögel in Provinz Hubei getötet

Die Anfang November in China gemeldeten Fälle von Vogelgrippe wurden inzwischen bestätigt. 31.000 Vögel wurden in mehreren Dörfern der zentralen Provinz Hubei getötet, nachdem etwa 2.500 Tiere auf Geflügelhöfen an Vogelgrippe verendet waren, berichtete das Ministerium am Samstag. Bisher war in China kein Fall von Vogelgrippe bei Menschen bestätigt worden. Die staatlichen Medien berichteten am Samstag, dass Experten Vogelgrippe als Grund für die Erkrankung der Einwohner in sechs Dörfern ausschlössen.

Unterstützung der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt China dabei, Infektionen in Hunan zu untersuchen. Die offiziellen Medien räumen ein, dass drei Menschen in der Provinz, bei denen Lungenentzündung diagnostiziert wurde, mit Hühnern zu tun hatten, die am Virus H5N1 eingingen. Experten der WHO überprüfen die Labortests von drei erkrankten Menschen. Dazu gehört auch der eines zwölf Jahre alten Mädchens, das inzwischen gestorben ist.

Bub erkrankt

In Thailands Hauptstadt Bangkok ist ein 18 Monate alter Bub an Vogelgrippe erkrankt, der angeblich keinen engen Kontakt zu infiziertem Geflügel hatte. Die thailändischen Behörden bestätigten am Sonntag, dass bei dem Kleinkind, Worawut Ruesrijan, das H5N1-Virus festgestellt wurde. Sie räumten gleichzeitig ein, dass das Kind mit dem Kot der Hühner, die seine Familie hinter dem Haus hält, in Berührung gekommen sein könnte. Die Tiere waren am 31. Oktober verendet, einen Tag später wurde der kleine Worawut krank. Die private Geflügelhaltung ist in der Zehn-Millionen-Stadt Bangkok weit verbreitet und eine Gefahr für die Ausbreitung der Vogelgrippe.

Virus verändert

Wissenschafter in Vietnam warnten staatlichen Medien zufolge unterdessen, das gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 habe sich verändert. Der Erreger sei inzwischen viel gefährlicher für Säugetiere als zunächst angenommen. Wissenschafter befürchten, dass das H5N1-Virus mutieren könnte, so dass das Virus dann auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden könnte. Seit das H5N1-Virus zum ersten Mal 1997 in Hongkong auftrat, starben in Asien mehr als 60 Menschen an der Krankheit. (APA/dpa/Reuters)

In Indonesien ist vermutlich erneut ein Mensch an Vogelgrippe gestorben. Alle Anzeichen sprächen dafür, dass eine am Samstagabend gestorbene 20-Jährige den Folgen einer Infektion mit dem Vogelgrippe-Erreger H5N1 erlegen sei, sagte ein Krankenhaussprecher in Jakarta am Sonntag.

Eine endgültige Diagnose stehe aber noch aus. Im Hinterhof der jungen Frau seien Hühner gehalten worden, die sehr plötzlich gestorben seien. In Indonesien sind bereits mindestens fünf Menschen der Vogelgrippe erlegen, in ganz Asien starben seit 2003 64 Personen an der Krankheit.

Am Montag wird EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou in Jakarta erwartet. Nach EU-Angaben will er mit den örtlichen Behörden über eine Verstärkung der Überwachungskapazitäten in Indonesien sprechen.

China: Weitere Fälle bei Geflügel

In China sind neue Vogelgrippe-Fälle bei Geflügel aufgetreten. In Jingshan in der zentralchinesischen Provinz Hubei, die bisher von der Seuche nicht betroffen war, sei der Virusstrang H5N1 bestätigt worden, teilte die Regierung von Hongkong am Samstag mit. China ist derzeit bemüht, die Ausbreitung des Virus in sieben Krankheitsherden zu verhindern, die seit Anfang Oktober entdeckt wurden.

An der Virus-Variante H5N1 starben in Asien bereits mehr als 60 Menschen. Gesundheitsexperten befürchten eine weltweite Epidemie, wenn das H5N1-Virus mutiert und eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich wird. In China gibt es bisher keinen bestätigten Fall von Vogelgrippe beim Menschen.

Thailand: Junge positiv getestet

Ein kleiner thailändischer Junge ist nach Behördenangaben positiv auf das Vogelgrippe-Virus H5N1 getestet worden. Der Einjährige aus Bangkok habe sich das Virus wahrscheinlich beim Spielen mit Hühnern geholt, sagte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Paijit Warachit am Samstag. Die Tiere seien später an der Vogelgrippe gestorben. Die Großmutter des Jungen stehe unter Beobachtung. Das Virus hat seit seinem Ausbruch 2003 in Thailand 13 Menschen getötet. In ganz Asien kostete das H5N1-Virus bislang 64 Menschen das Leben. Experten befürchten, dass es durch Veränderungen auch die Fähigkeit erlangt, so leicht wie eine Grippe von Mensch zu Mensch zu springen. In diesem Fall rechnen sie mit einer Pandemie und Millionen Toten weltweit. (APA/Reuters)

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