Bulgarien

13. November 2005, 22:12
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Seit dem 19. Jahrhundert sei Bulgarien fast ein Synonym für das berlinerische "Jott-we-de", "Janz weit draußen", schreibt Thomas Frahm im Vorwort zur neuesten Ausgabe der Zeitschrift Wespennest (€ 12,-, im Buchhandel, oder unter www.wespennest.at erhältlich), die Bulgarien gewidmet ist. Und obwohl die Europäische Union kürzlich postulierte, dass ein EU-Beitritt Bulgariens schon 2007 möglich sei und die Leipziger Buchmesse vor einigen Jahren Bulgarien in einem Länderschwerpunkt vorstellte, ist das Wissen um dieses Land immer noch sehr begrenzt. Das gilt auch für die Literatur, die nur spärlich ins Deutsche übersetzt wurde, und es ist kein Zufall, dass der bekannteste Autor bulgarischer Herkunft hier immer noch Elias Canetti ist. Wie vielfältig die Schreibweisen der bulgarischen Literatur sind, beleuchtet nun die von der Alten Schmiede organisierte Veranstaltung "Literatur im Herbst", in der sich alles um die bulgarische Literatur dreht (Veranstaltungsort: Odeon Theater, Taborstraße 10, 1020 Wien). Heute (Samstag, 12.11.05) liest um 17 Uhr Vladimir Zarev und eine Stunde später die junge Autorin Todora Radeva. Um 19 Uhr findet eine Podiumsdiskussion zum Thema "Bulgarische Literatur zwischen Macht und Ohnmacht" statt, und um 21 Uhr lesen Krassimir Petrov, Mirela Ivanova, Georgi Gospodinov, Nikolay Kancev Lyrik.

Am Sonntag (13.11.05) um 16 Uhr wird mit Lesungen von Alek Popov und Dejan Enev, die im Wieser Verlag erschienene Anthologie "Europa erlesen - Literaturschauplatz Bulgarien" vorgestellt. Um 17.30 Uhr liest Tzveta Soferonieva und um 19 Uhr der bekannte Slawist Norbert Randow aus Aleksandar Gerov. Den Abschluss der Veranstaltung macht um 20 Uhr die Lesung des aus Bulgarien stammenden, in Wien lebenden, deutsch schreibenden und höchst erfolgreichen Dimitré Dinev. (ALBUM/DER STANDARD, Printausgabe, 12./13.11.2005)

Infos unter Alte Schmiede
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