Ölbohrprojekt für Alaska gescheitert

21. November 2005, 14:31
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Seine eigenen Republikaner haben US-Präsident George W. Bushs Plan, in einem Naturschutzgebiet in Alaska nach Öl zu bohren, durchkreuzt

Washington - Führende Politiker der US-Demokraten haben das vorläufige Aus für ein umstrittenes Projekt zur Bohrung nach Erdöl und Erdgas in einem Naturschutzgebiet in Alaska positiv kommentiert. "Damit werden die existierenden Moratorien für Öl- und Gasförderung an unseren Küsten beachtet", sagte die Senatorin Dianne Feinstein am Donnerstagabend.

Die betroffene Region, das Arctic National Wildlife Refuge (ANWR), sei ein Paradies für Wildtiere wie Eisbären, Moschusochsen und Karibus. Der frühere Präsidentschaftskandidat, Senator John Kerry, sagte, US-Präsident George W. Bush und die Republikaner seien gescheitert; ihnen sei nicht gelungen, genügend moderate Republikaner "einzuschüchtern", um das Projekt durchzubringen.

Das Scheitern des Projekts ist ein herber Rückschlag für Bush, der die Erschließung von Ölfeldern in Alaska zu einer Priorität seiner Energiepolitik gemacht hat. Republikanische Führer im Repräsentantenhaus strichen die Pläne am Mittwochabend aus dem Haushaltsentwurf, um zu verhindern, dass der ganze Haushalt bei der Abstimmung am Donnerstag durchfällt. Auch andere Regionen an der Atlantik- und Pazifikküste, für die momentan ein Ölbohrmoratorium gilt, sollen weiter unangetastet bleiben.

Ablehnungsbrief

Anlass für die überraschende Wendung war die Ankündigung von 25 Republikanern, gegen den Haushalt zu stimmen. In einem Brief schrieben sie: "Statt den jahrzehntelangen Schutz für diese Gebiete aufzuheben, sollte der Fokus auf erneuerbare Energiequellen, alternative Brennstoffe und einen sparsameren Umgang mit Energie gelegt werden." So würde mehr Energie gewonnen, als durch die Erschließung des Alaska-Ölfelds zustande käme.

Dennoch kündigten mehrere republikanische Senatoren und Abgeordnete an, weiter für die Aufnahme des Projekts in den Haushalt kämpfen zu wollen. Umweltschützer kritisieren, Bohrungen in diesem Reservat würden nur geringe Ölmengen hervorbringen, dem Ökosystem in der Region aber langfristigen Schaden zufügen. (AP, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12./13.11.2005)

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