Heuer Umsatz- und Gewinnanstieg erwartet

29. November 2005, 13:00
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Ein bis drei Prozent Erlöszuwachs prognostiziert - Keine Portoerhöhung beim Brief bis Ende 2006

Wien - Im laufenden Geschäftsjahr 2005 will die Österreichische Post AG sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zulegen. Post-Chef Anton Wais erklärte am Freitag im Klub der Wirtschaftspublizisten, er gehe von einem Umsatz von ein bis drei Prozent aus. Auch beim Gewinn (auf EBIT-Basis) werde das Unternehmen zulegen, so Wais. Ziel sei eine EBIT-Marge von mindestens 5 Prozent.

Im vergangenen Jahr hatte die Post 1,597 Mrd. Euro umgesetzt und dabei einen Betriebsgewinn von 87 Mio. Euro erzielt. In den letzten internen Prognosen im September war das Unternehmen für heuer von einem einprozentigen Umsatzanstieg auf 1,61 Mrd. Euro und einem EBIT-Anstieg auf 90 Mio. Euro ausgegangen. Ursprünglich hatte das Unternehmen mit stagnierenden Umsätzen und einem Gewinnrückgang gerechnet.

Während man im Vorjahr noch von einer generellen Porto-Erhöhung - beim Standardbrief auf 55 Cent - profitiert habe, habe man heuer das Geschäftsvolumen tatsächlich gesteigert. Im Brief-Bereich, wo man wegen der elektronischen Konkurrenz ursprünglich von einem Rückgang um 3 bis 5 Prozent ausgegangen war - habe es die Post geschafft, das Volumen zu halten, betonte Wais.

Tarif-Anhebung bei Paketen

Beim Paket hat die Post erst vor zwei Wochen eine neuerliche Tarif-Anhebung im Inland je nach Gewicht um 20 und 60 Cent ab 1. Jänner angekündigt. Bei Paketsendungen ins Ausland wird das so genannte Stückgeld, ein gewichtsunabhängiger Fixbetrag von 11,20 auf 11,80 Euro erhöht. "Im reservierten Bereich (ab 2006 nur nur noch die Verteilung von Sendungen bis 50 Gramm, Anm.) halten wir uns an die Auflagen. Alles andere ist marktkonformes Verhalten", betonte der Post-Chef.

Ob die Post für 2007 auch wieder einen Antrag auf Erhöhung des Brief-Portos stellen wird, steht laut Wais noch nicht fest. Im nächsten Jahr steht aber keine Brief-Porto-Erhöhung an. Bei der letzten Porto-Erhöhung im Jahre 2003 hat die Post bis Ende 2006 die Beibehaltung der Tarife zugesagt. Außerdem hat die Post damals auch versprochen, die Laufzeit weiter zu verkürzen. Mittlerweile werden bereits 95 Prozent aller Briefe am nächsten Tag zugestellt.

Keine Ausweitung der Zustellzeiten

Eine Ausweitung der Zustellzeiten steht dagegen weiter nicht zur Debatte. Eine generelle Samstag-Zustellung sei zu teuer und auch nicht notwendig, weil ohnehin immer weniger Leute am Wochenende zu Hause seien. Zugestellt wird von der Post am Samstag nur die Zeitung. Weil selbst das mit Überstunden der Briefträger relativ teuer gekommen ist, hat die Post eine eigene "Medien.Zustell GmbH" gegründet. Nach Abschluss des Pilot-Betriebs hat diese jetzt mit freien Mitarbeitern in Wien und sämtlichen Landeshauptstädten die Wochenend-Zeitungszustellung übernommen, erläuterte Wais. Auf Grund der Konkurrenz durch die Verlage liegt der Marktanteil der Post bei der Zeitungszustellung allerdings nur noch bei 14 Prozent. (APA)

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