Zwei Mal Owen - England schlägt Argentinien

18. November 2005, 12:23
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Testspiele: Briten holten zweimal Rückstand auf und siegten 3:2 - Deutsche remisieren in Paris - Italien siegt in Amsterdam

Genf - Die englische Fußball-Nationalmannschaft hat am Samstag in einem mitreißenden Testspiel im EM-Stadion von Genf den alten Rivalen Argentinien 3:2 besiegt. Die Südamerikaner waren durch Crespo (35.) und Samuel (54.) zwei Mal in Führung gegangen, nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Rooney (39.) sorgte Owen mit zwei Treffern per Kopf (87., 92.) aber noch für den Erfolg des Weltmeisters von 1966.

Beide Teams waren praktisch in Bestbesetzung angetreten und lieferten einander vor 30.000 Zuschauern einen offenen Schlagabtausch, mit vielen Chancen auf beiden seiten. Vor allem auf Grund der zweiten Hälfte war der Sieg der Engländer, die durch Rooney auch einen Stangenschuss verzeichneten, jedoch verdient.

"Bester Torjäger der Welt"

"Was soll ich über Michael Owen sagen? Er macht aus drei Chancen zwei Tore und ist vielleicht im Moment der beste Torjäger der Welt", lobte Englands Team-Manager Sven-Göran Eriksson den Angreifer, dessen Stern im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 1998 beim 2:2 gegen Argentinien (damals Sieger im Elferschießen) aufgegangen war. David Beckham, der die Engländer zum 50. Mal als Kapitän aufs Feld führte, lobte die Moral seiner Mannschaft in höchsten Tönen. "Die Leidenschaft und der unbedingte Siegeswille haben mich am meisten beeindruckt", sagte Becks.

Argentiniens Coach Jose Pekerman räumte ein: "Die Engländer werden bei der WM eine Schlüsselrolle spielen."

Deutschland verbessert

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kann der Heim-Weltmeisterschaft 2006 wieder mit mehr Zuversicht entgegenblicken. Sieben Monate vor dem Eröffnungsspiel gab es für das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit einem 0:0 gegen Frankreich in Paris einen Achtungserfolg.

Beim ersten torlosen Remis der Ära Klinsmann gelang den Deutschen vor 60.000 Zuschauern im Stade de France die erhoffte Wiedergutmachung für die schwachen Partien gegen die Türkei und China im Oktober. Obwohl Kapitän Michael Ballack weger einer ohne Fremdeinwirkung erlittenen Verletzung am rechten Oberschenkel frühzeitig gehandicapt war, ließen die Gäste den favorisierten Franzosen kaum zur Entfaltung kommen.

"Wir gehen sehr optimistisch ins WM-Jahr. Wir sind überzeugt, dass wir dort etwas reißen können und sind mehr als im Soll", freute sich Klinsmann nach der Nullnummer. Zinedine Zidane hingegen ortet bei seinem Team noch deutlichen Steigerungsbedarf. "Im Moment ist das einfach zu wenig. Wir müssen besser werden, um bei der WM etwas zu erreichen", sagte der wegen Verletzung pausierende Mittelfeld-Chef.

Erste Niederlage von Van Basten

Zum "ganz großen Test" hatte der italienische Teamchef Marcello Lippi den Vergleich mit den Niederlanden erklärt. Seine Squadra bestand die Prüfung mit Bravour. Unmittelbar vor und nach der Pause erzwangen die Italiener den Umschwung, nachdem Babel (38.) das 1:0 der Gastgeber markiert hatte. Gilardino (41.) erzielte das 1:1, Juventus-Mittelfeldspieler Camoranesi (45.+1) und Fiorentinas Toni (50.) schufen den entscheidenden Vorsprung. Ohne Manchester United- Goalgetter Ruud van Nistelrooy waren die Hausherren nicht in der Lage, die erste Niederlage im 17. Spiel unter Bondscoach Marco van Basten zu verhindern.

"So kommt Italien weit", hofft Toni, mit 13 Treffern erfolgreichster Torschütze der Serie A, auf eine ähnliche Form in Deutschland. (APA,dpa,ag, red)

Test-Länderspiele:

Sonntag:

  • In Barcelona: Ecuador - Polen 0:3 (0:1) Tore: Klos (2.), Smolarek (58.), Mila (90.) Der Austrianer Arek Radomski spielte durch, sein Klubkollege Sebastian Mila wurde in der 81. Minute eingewechselt und erzielte das dritte Tor der Polen.

  • Paraguay - Mazedonien 1:0 (1:0) Teheran. Tor: Lopez (11.)

  • Iran - Togo 2:0 (1:0) Teheran. Tore: Daei (11., 59./Elfer)

    Samstag:

  • Argentinien - England 2:3 (1:1) Genf, 30.000. Tore: Crespo (35.), Samuel (54.) bzw. Rooney (39.), Owen (87., 92.)

  • Niederlande - Italien 1:3 (1:2) Amsterdam, 45.000. Tore: Babel (38.) bzw. Gilardino (41.), Camoranesi (45.+1), Toni (50.)

  • Frankreich - Deutschland 0:0 St. Denis/Paris, 60.000.

  • Portugal - Kroatien 2:0 (1:0) Coimbra. Tore: Petit (32.), Pauleta (65.)

  • Südkorea - Schweden 2:2 (1:1). Seoul, 60.000. Tore: Ahn Jung-Hwan (7.), Kim Yong-Chul (52.) bzw. Elmander (9.), Rosenberg (57.)

  • Finnland - Estland 2:2 (1:0) Helsinki. Tore: Sjölund (7.), Arkivuo (59.) bzw. Kruglow (62.), Lindpere (89.)

  • Weißrussland - Lettland 3:1 (1:1) Minsk. Tore: Korytko (27.), Kornilenko (53., 90.) bzw. Visnakovs (25.)

  • Bulgarien - Georgien 6:2 (3:0) Sofia. Tore: Jankow (2., 28.), Berbatow (35., 47.), Todorow (63., 90./Elfer) bzw. Jakobia (83.), Gogua (90.)

  • Schottland - USA 1:1 (1:1) Glasgow, 26.078. Tore: Webster (37.) bzw. Wolff (9./Elfer)

  • Südafrika - Senegal 2:3 (1:2) Port Elizabeth. Tore: Zuma (9.), Nomvete (68.) bzw. S. Camara (4.), D. Camara (21.), Ndiaye (84.)

  • Liechtenstein - Mazedonien 1:2 (1:0) Vaduz, 1.350. Tore: D'Elia (33.) bzw. Baldowaljew (81.), Iljofski (93.)

  • Vereinigte Arabische Emirate - Brasilien 0:8 (0:1) Abu Dhabi, 50.000. Tore: Kaka (20., 58.), Adriano (53./Elfer), Lucio (65.), Juninho (70., 80.), Fred (85.), Cicinho (91.)

  • Elfenbeinküste - Rumänien 2:1 (0:0) Le Mans, 5.377. Tore: A. Kone (49.), B. Kone (92.) bzw. Iencsi (52.)

  • China - Serbien-Montenegro 0:2 (0:0) Peking. Tore: Djordjevic (55.), Zigic (67.)
    • Bild nicht mehr verfügbar

      Michael Owen, seit seinem Wechsel von Real Madrid nach Newcastle wieder auf dem aufsteigenden Ast, überwand Argentiniens Goalie Roberto Abbondanzieri zwei Mal.

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