"Halloween"-Produzent Opfer der Terroranschläge in Amman

17. November 2005, 19:18
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Syrisch-amerikanischer Regisseur und Filmproduzent Mustafa Akkad erlag seinen Verletzungen

Amman/Damaskus/Kairo - Der syrisch-amerikanische Regisseur und Filmproduzent Mustafa Akkad ist tot. Er erlag am Freitag den schweren Verletzungen, die er zwei Tage zuvor bei einem der drei Terroranschläge auf Hotels in Jordanien erlitten hatte, teilten Angehörige mit. Akkad, den das westliche Publikum vor allem als Produzent der "Halloween"-Filme von John Carpenter kennt, war in der arabischen Welt vor allem durch frühere Filme über den Islam und den Befreiungskampf in Libyen bekannt.

Auch die Tochter starb

In Biografien werden 1933 oder 1935 als Geburtsjahr Akkads angegeben. Seine Schwester Leila Akkad erklärte jedoch, ihr Bruder sei bereits 75 Jahre alt gewesen. Sie sagte der dpa am Freitag in Amman: "Was auch immer die Motive sein mögen, Terrorismus kann nicht toleriert werden."

Mustafa Akkad soll am kommenden Sonntag in seiner syrischen Heimatstadt Aleppo beigesetzt werden. Seine Tochter Rima war direkt bei dem Anschlag auf das Grand Hyatt Hotel in Amman gestorben. Ihr Vater starb eineinhalb Tage später in einem Krankenhaus in der jordanischen Hauptstadt. Die beiden hatten an diesem Freitag an einer Hochzeit in Akaba teilnehmen wollen.

Saladin-Film kam nie zustande

Akkad hatte in einem Interview einmal erklärt, er sei beunruhigt darüber, "dass der Islam als Religion von Terroristen dargestellt wird, nur weil einige Terroristen Muslime sind". Auf der anderen Seite könne er die Ängste der Menschen nach den Terroranschlägen vom 11. September verstehen. Für Akkad war Saladin, der die Kreuzritter aus Jerusalem vertrieben hat, eine heroische Figur. Seine Suche nach einem Geldgeber für einen aufwändigen Saladin-Film, den er mit Sean Connery in der Hauptrolle drehen wollte, blieb jedoch mehr als 20 Jahre lang erfolglos. "Es ist eine Schande, dass die Araber ihn bei diesem Projekt nicht unterstützt haben", sagte seine Schwester Leila.

Akkads Film "Die Botschaft" über das Leben des Propheten Mohammed von 1976 war in Ägypten verboten worden, weil darin ein Verwandter des Propheten von einem Schauspieler dargestellt wurde. Libyens Staatschef Muammar Gaddafi gab Akkad Geld für den Film "Omar Mukhtar - Löwe der Wüste" (1981), in dem Anthony Quinn die Hauptrolle spielte. (APA/dpa)

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    Mustafa Akkad

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