GNOME und KDE bei Novell: "Kunden wollten eine Entscheidung"

16. Dezember 2005, 13:41
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Holger Dyroff von Novell geht im WebStandard-Gespräch auf die Hintergründe zum Rückzug vom Rückzug ein

Für einige Verwirrung sorgten in den letzten Tagen die Berichte rund um Novells Linux-Desktop-Strategie. Hieß es zuerst, dass künftig der GNOME der Standard-Desktop bei Novell werden soll (und bei den Enterprise-Produkten auch der alleinige), so wurde vor kurzem wieder kräftig zurück gerudert - beide Desktops sollen weiterhin unterstützt werden - so die aktuelle offizielle Position.

Diplomatie

Zu den Ursachen dieser "Rückbesinnung" gibt sich Holger Dyroff, Vize-Präsident Produkt-Management im Bereich Linux, diplomatisch: Man habe nach der Verlautbarung der Entscheidung ein starkes Feedback von den eigenen KundInnen erhalten, die eine weitere Unterstützung des KDE gefordert hätten. Dies habe man sich zu Herzen genommen und die eigene Strategie nun entsprechend angepasst.

Streitigkeiten

Zu den recht offensichtlichen Problemen innerhalb der Firma - die zum Teil bereits recht offen über die Weblogs der EntwicklerInnen ausgetragen werden - und vor allem deren Einfluss auf die Entscheidung, wollte sich Dyroff nicht äußern, die neue Lösung sei aber eine, die von allen Seiten getragen würde.

Default

Was allerdings bleibt, ist dass der GNOME künftig bei allen Produkten von Novell die Default-Auswahl sein wird. "Unser Kunden wollten eine Entscheidung in dieser Frage", so Dyroff im Gespräch. Für GNOME habe man sich entschieden, da viele KundInnen im kommerziellen Bereich aber auch die eigenen Industriepartner zu diesem tendieren würden.

Spitzfindig

Wie diese Änderung konkret aussehen wird, demonstriert recht nachhaltig wie viel Fingerspitzengefühl in dieser Frage mittlerweile bei Novell vonnöten ist. Der von SUSE Linux 10 bekannte Auswahl-Screen zwischen den beiden Desktop-Umgebungen soll erhalten bleiben, lediglich wird der Knopf neben dem GNOME-Logo standardmäßig ausgewählt bleiben.

Entwicklung

Viel wichtiger als die Frage nach der Auswahl eines Knopfs oder nicht, ist freilich, ob Novell auch in Zukunft EntwicklerInnen für beide Desktops zur Verfügung stellen wird. Dies bejaht Dyroff, auch beim KDE werde sich das Unternehmen weiterhin aktiv an der Entwicklung beteiligen und nicht nur Produktpflege und die Zusammenstellung der Pakete betreiben. (apo)

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