Sozialpartner starten vierten Versuch beim Handels-KV

11. November 2005, 15:26
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GPA-Wolf: "Kann große Linie noch nicht erkennen" - Bei Scheitern der Gespräche drohen "Aktionen"

Wien - Bei den Kollektivvertragsverhandlungen für rund 450.000 Beschäftigte im Handel starten die Sozialpartner heute, Freitag, Mittag einen vierten Versuch. Gestern Nachmittag wurden die Gespräche wieder ohne Ergebnis unterbrochen. Während der Verhandlungsführer der Unternehmer, Alois Wichtl, bereits von einer großen gemeinsamen Linie spricht, teilt der zuständige KV-Verhandler in der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Manfred Wolf, diese Meinung nicht.

"Die Meinung, dass wir die große Linie gefunden hätten, kann ich nicht teilen", so Wolf zur APA. "Wir warten auf eine deutliche Bewegung bei den Arbeitgebern." Die Verhandlungspositionen liegen trotz Annäherung immer noch sehr weit auseinander. Die Gewerkschaft hat zuletzt eine Erhöhung der Mindestgehälter um 3,5 Prozent gefordert, die Unternehmer haben 1,5 Prozent geboten. Die Gewerkschaft will heuer jedoch in allen Einkommensgruppen deutlich über der Inflationsrate von 2,4 Prozent abschließen.

Aktionen drohen

Sollten sich die Sozialpartner heute nicht auf einen neuen Kollektivvertrag einigen, drohen Aktionen, die das Weihnachtsgeschäft stören könnten. Bei Scheitern der Gespräche, gehe er davon aus, dass der Bundesausschuss Aktionen beschließen werde, sagte Wolf. Dabei werde es sich vorerst aber eher um kleinere Maßnahmen wie das Verteilen von Flugblättern handeln. Man wolle die Türe nicht gleich zuwerfen. Allerdings werde man deutlich machen, wer am Scheitern der Gespräche schuld sei. Am 17. und am 18. November kann noch weiter verhandelt werden.

Die Gewerkschaft will heuer jedenfalls so nah wie möglich an den Metallerabschluss von 3,1 Prozent herankommen und damit deutlich besser als vor einem Jahr abschließen. Damals einigten sich die Sozialpartner auf eine Erhöhung der Mindestlöhne um 2,1 Prozent unter Beibehaltung der Überzahlungen. (APA)

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