Alpentransit in Österreich hat sich verdoppelt

16. November 2005, 08:10
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Über die Berge rollen inzwischen mehr Lastwagen, als über die Schweiz und Frankreich zusammen

Wien - Seit 1994 hat sich der Transitverkehr über Österreichs Alpen mehr als verdoppelt. Über die heimischen Berge rollt inzwischen doppelt so viel Lkw-Transit wie über die Schweiz und Frankreich zusammen. Das zeige eine Untersuchung des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf Basis der Daten des Schweizer Bundesamts für Raumentwicklung (ARE). Demnach nehme in keinen anderen Alpenland der Lkw-Transit derart rasch zu wie in Österreich.

"Über den Brenner hat sich die Menge in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt, auf der Tauernautobahn vervierfacht, über den Semmering versechsfacht und über den Wechsel verachtfacht. Das Wort Transitlawinen ist hier nicht übertrieben", betonte VCÖ-Experte Wolfgang Rauh in einer Aussendung.

Der VCÖ kritisiert, dass der Lkw-Verkehr nur für einen Bruchteil der von ihm verursachten Kosten aufkommt. "Die Schäden infolge der Abgas- und Lärmbelastung sowie Folgekosten der Verkehrsunfälle werden auf die Allgemeinheit abgeschoben. Diese indirekten Subventionen sind eine Hauptursache für die massive Zunahme des Lkw-Verkehrs", so Rauh.

Ob die vom Lkw-Verkehr verursachten Umwelt-, Gesundheits- und Unfallkosten EU-weit in die Lkw-Maut einbezogen werden, entscheidet sich die nächsten Wochen auf EU-Ebene. Schon kommenden Montag stimmt der EU-Verkehrsausschuss über die zukünftige Lkw-Mautrichtlinie ab. Scheitere Österreich bei dieser Frage in Brüssel, drohe eine weitere massive Zunahme des Lkw-Transits, warnte der VCÖ. (APA)

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