Indien auf dem Weg zur Chipdesign-Macht

18. November 2005, 10:24
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iSuppli: Marktumsatz soll sich bis 2010 auf 1,7 Mrd. Dollar verdreifachen

Indien, das sich bisher vor allem in puncto IT-Outsourcing einen Namen gemacht hat, setzt nun auch beim Chipdesign zum Wachstumssprung an. Geht es nach den kalifornischen Marktforschern von iSuppli, wird sich der Chipdesign-Markt auf dem Subkontinent in den kommenden fünf Jahren auf 1,7 Mrd. Dollar nahezu verdreifachen. Für das laufende Jahr rechnen Experten bereits mit einem Marktvolumen von 624 Mio. Dollar, berichtet der Branchendienst DigiTimes.

Ausbau

Die Marktforscher gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren Chiphersteller sowohl aus Indien als auch aus den westlichen Industriestaaten ihr Engagement vor allem in der Chipentwicklung auf dem Subkontinent deutlich ausbauen werden. Wachstumstreiber sind demnach der aufstrebende indische Markt selbst sowie die gut ausgebildeten aber billigen Fachkräfte. Laut iSuppli können internationale Konzerne beim Chipdesign durch den Gang nach Indien oder China zwischen 25 und 50 Prozent der Kosten einsparen. Probleme bereiten allerdings vor allem kulturelle Unterschiede sowie mangelnde Sicherheitsvorkehrungen.

Design

Mit Texas Instruments (TI) hat bereits 1985 der erste Chipkonzern ein eigenes Designzentrum in Indien eröffnet. Seitdem haben sich nach Schätzungen der Marktforscher bereits rund 125 Unternehmen in Indien angesiedelt, die ihre Chips nun auf dem Subkontinent designen lassen. Im vergangenen Jahr haben Branchenriesen wie TI, Intel oder Infineon rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes des indischen Chipdesign-Marktes erwirtschaftet. Indische Unternehmen wie MosChip oder eInfochip begeben sich derweil in die Fußstapfen der westlichen Konzerne und wollen ihre Chipdesign-Aktivitäten ebenfalls kräftig ausbauen. (pte)

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