US-Wirtschaftsforscher findet Europas Wirtschaftsleistung enttäuschend

21. November 2005, 13:43
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"Es macht sich eine ökonomische Schizophrenie in Europa breit", so der Leiter des Washingtoner Wirtschaftsforschungsinstitut IIE

Washington - Einer der führenden US- Wirtschaftswissenschaftler, Fred Bergsten, hat die wirtschaftliche Situation in Europa als sehr enttäuschend bezeichnet. Es mache sich eine ökonomische Schizophrenie in Europa breit, sagte Bergsten am Donnerstag auf einer Tagung der Bertelsmann-Stiftung in Washington. Einerseits werde in Europa über das mangelnde Wachstum geklagt, andererseits aber viel zu wenig unternommen, um die Situation zu verändern.

Europa sei ein Schwachpunkt der Weltwirtschaft, sagte Bergsten, der das Washingtoner Wirtschaftsforschungsinstitut IIE leitet und einer der einflussreichsten Berater der Regierung von Präsident Bill Clinton in Wirtschaftsfragen war. Europa habe im vergangenen Jahr lediglich ein Wachstum von 1,5 Prozent vorweisen können. Die Weltwirtschaft sei in einem ihrer erfolgreichsten Jahre jedoch um fünf Prozent gewachsen.

Von Deutschland als größter europäischer Volkswirtschaft hat Bergsten ebenfalls keine hohe Meinung. Die Frage sei, ob die wirtschaftliche Potenz Deutschlands ausreiche, um weiter eine entscheidende Rolle im Welthandel zu spielen. "Ist Deutschland noch stark genug?", fragte er. Die Amerikaner schauten in wirtschaftlicher Hinsicht inzwischen eher über den Pazifik als über den Atlantik, fügte der Wissenschaftler mit Blick auf die schnell wachsende Wirtschaft in China hinzu. (APA)

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