Teheran beharrt auf Uran-Anreicherung im eigenen Land

19. November 2005, 10:19
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Trotzdem Prüfung von russischem Kompromissvorschlag zugesagt - USA verlängern Sanktionen

Teheran - Die iranische Regierung beharrt auf der Anreicherung von Uran im eigenen Land. In einer ersten Reaktion auf einen russischen Kompromissvorschlag im Atomstreit sagte der Atombeauftragte der Islamischen Republik, Ali Larijani, , für sein Land sei es "wichtig, die Anreicherung auf dem eigenen Boden vorzunehmen". Sollte der Vorschlag aus Moskau, Uran für den Iran in Russland anzureichern, offiziell vorgetragen werden, "werden wir darüber reden", fügte Larijani am Freitag nach Angaben staatlicher Nachrichtenagenturen in Teheran aber hinzu.

Die EU will Teheran laut einem Bericht der "New York Times" vorschlagen, die Konversion von Uran im eigenen Land vorzunehmen, dafür aber die Anreicherung des Urans Russland zu überlassen. Der Iran hatte von der EU am Sonntag die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem europäischen Trio aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien über sein Atomprogramm gefordert.

Die EU-Außenminister hatten bei ihrem Treffen am Montag mitgeteilt, sie würden ihre Antwort auf das Angebot bald übermitteln. Zugleich forderten sie den Iran erneut auf, die Konversion von Uran zu stoppen. Die Konversion ist ein vorbereitender Schritt für die Anreicherung des radioaktiven Elements. Je nach Grad der Anreicherung kann Uran zivil genutzt oder für den Bau von Atomwaffen verwendet werden. Vor allem die USA werfen Teheran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms den Bau von Nuklearwaffen anzustreben. Bush: Beziehungen haben sich nicht normalisiert

US-Präsident George W. Bush hat die seit mehr als zwei Jahrzehnten geltenden Sanktionen gegen den Iran um ein weiteres Jahr verlängert. "Die Beziehungen zwischen unseren Ländern haben sich seither nicht normalisiert", schrieb Bush zu Begründung an den US-Kongress, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung des Weißen Hauses hervorgeht.

Die Sanktionen, zu denen unter anderem das Einfrieren der Konten der iranischen Führung gehört, wurden am 14. November 1979 vom damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter verhängt, kurz nach der Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran. (APA)

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