Metallerrunde steht vor Zerreißprobe

21. November 2005, 13:49
posten

Heftige Nachwirkungen hat der Ende September erzielte Metallerabschluss um 3,1 Prozent

Anders als Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der sich sechs Wochen nach der KV-Runde lediglich über deren Höhe beschwerte, tobt bei den Arbeitgebern der Maschinen-, Metallwaren- und Gießereiindustrie ein wilder Streit.

Den unter den hohen Stahlpreis leidenden Metallverarbeitern ist der Dreier vor dem Komma zu hoch, einige Unternehmen wollen nun die Verhandlungsgemeinschaft mit Bergbau, Eisenerzeugern, Stahl-, Fahrzeug- und Nicht-Eisen-Metallindustrie sowie Gas-/Wärmeversorgern verlassen. "Der Abschluss ist zu hoch", stellt Christoph Hinteregger vom Lifthersteller Doppelmayr klar. Denn neben dem Stahlpreis, den man nicht zur Gänze an die Kunden weiter geben könne, drücke auch das neue Lohnsystem den Ertrag.

Dass der Fachverband Maschinen und Metallwaren, mit 110.000 Beschäftigten innerhalb der Metallerrunde die größte Tarifgemeinschaft, bereits den Austritt aus der Globalrunde beschlossen habe, stellt dessen Obmann, Clemens Malina-Altzinger, in Abrede. Man bewerte jetzt die Auswirkungen und prüfe alle strategischen Optionen. Andere Vertreter wollen freilich wissen, dass es am 1. Dezember "mit hoher Wahrscheinlichkeit" einen Austritt geben könnte. Zu unterschiedlich seien die Interessen. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.11.2005)

Share if you care.