Gorbach will bleiben

11. November 2005, 12:10
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Vizekanzler bleibt geschäftsführender Obmann - In Kärnten will die FPÖ dem BZÖ den Erwerb des Grundmandats vermasseln

Wien/Klagenfurt – Das BZÖ lebt noch, versicherten Parteichef Hubert Gorbach und Bündnissprecher Uwe Scheuch am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Von einer Führungskrise könne keine Rede sein und an die zuletzt kolportierte Regierungsumbildung denke auch niemand, beteuerte Gorbach. Er will bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2006 Vizekanzler, Minister und geschäftsführender BZÖ-Obmann bleiben.

Beim Konvent am 25. November in Kärnten wird Jörg Haider wie angekündigt in die Landespartei verabschiedet. Die Frage des Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl werde voraussichtlich im April oder Mai entschieden werden, wich Gorbach allen Spekulationen aus.

Er selbst werde nach der Wahl seine persönliche Entscheidung treffen. Bis dahin will Gorbach alles tun, damit "das BZÖ ein zweistelliges Ergebnis erzielt und wieder regierungsfähig ist". Scheuch kündigte an, dass am Freitag "die eine oder andere Personalveränderung im organisatorischen Bereich" stattfinden könnte. Das werde aber keine große Angelegenheit sein.

In Kärnten machen sich unterdessen die blauen Freiheitlichen daran, dem BZÖ den Einzug in das Parlament zu vermasseln. Für die Nationalratswahl haben sie ein Programm verfertigt, das frappant an die Ansagen des jungen Jörg Haider erinnert. "Wir sind die einzige und echte Kärntner Heimatpartei und kupfern von niemanden etwas ab", meint FPÖ-Obmann Franz Schwager in Richtung BZÖ. Die freiheitlich gesinnten Menschen in Kärnten würden wohl das Original dem orangen Aufguss vorziehen.

Haider werde das angepeilte Grundmandat in Kärnten, seiner letzten verbliebenen Hochburg, nicht schaffen. "Da werden wir ihm einen Strich durch die Rechnung machen", gibt sich der EU-Abgeordnete Andreas Mölzer überzeugt.

Selbst im größten Kärntner Wahlkreis (Wolfsberg, St. Veit, Völkermarkt), wo Haider nach dem letzten Bundeswahlgang etwa 3700 Stimmen fehlten, dürften die orangen Chancen eher gering bleiben. Auch beim Wiederaufbau der größtenteils an die Orangen verlorenen Strukturen sehen die Blauen wieder Land in Sicht. Derzeit gebe es bereits wieder 136 Ortsgruppen, freut sich Generalsekretär Karl Heinz Klement.

Außerdem sei ja noch der Rechtsstreit über das von den Orangen an sich gerissene Parteivermögen samt Parteienförderung noch nicht entschieden. Auch Bundesobmann Karl-Heinz Strache will sich ab sofort intensiv in Kärnten einbringen. Für 15. November haben die Kärntner Blauen ihren "inoffiziellen" Wahlkampfauftakt in Klagenfurt vorgesehen. (kob, stein/DER STANDARD, Printausgabe, 11.11.2005)

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