Deutsche Post mit deutlichem Ertragszuwachs

21. November 2005, 15:05
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Bis zum Jahresende will die Deutsche Post einen operativen Milliardengewinn einfahren

Düsseldorf - Die Deutsche Post will nach einem deutlichen Ertragszuwachs im dritten Quartal bis zum Jahresende noch einen operativen Milliardengewinn einfahren. "Unser operatives Geschäft entwickelt sich insgesamt erfreulich, und wir sind sehr zuversichtlich, dass dieser Trend auch für den weiteren Verlauf des Jahres anhalten wird", sagte Finanzchef Edgar Ernst am Donnerstag in Bonn.

Er bekräftigte die Konzern-Prognose, 2005 ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von mindestens 3,6 Mrd. Euro erzielen zu wollen. Dazu hat die Post noch ein gutes Stück Weg vor sich: In den ersten neun Monaten stieg der Betriebsgewinn um 20 Prozent auf 2,37 Mrd. Euro und lag damit im Rahmen der Analysten-Erwartungen. Um das Jahresziel zu erreichen, muss die Post im vierten Quartal operativ mindestens 1,2 Mrd. Euro verdienen.

Beim Konzerngewinn übertraf die Post mit einem Anstieg um 51 Prozent auf 1,34 Mrd. Euro die Prognosen der Analysten für die Monate von Juli bis September leicht. Um den angestrebten Nettogewinn von zwei Mrd. Euro 2005 zu schaffen, muss die Post im vierten Quartal noch rund 700 Mio. Euro verdienen. Der Umsatz lag in den ersten neun Monaten mit 32,5 Mrd. Euro leicht über dem Vorjahr.

Zuwächse konnte die Post vor allem im Logistik-Geschäft verbuchen, das mit der Übernahme des britischen Konkurrenten Exel gestärkt werden soll. Die Sparte steigerte ihren Umsatz um 16 Prozent auf 5,7 Mrd. Euro. Der operative Ertrag kletterte binnen Jahresfrist auf 221 Mio. von 123 Mio. Euro. "Die geplante Exel-Akquisition erscheint somit in besserem Licht", sagte LRP-Analyst Per-Ola Hellgren.

"Wir haben unsere globale Strategie konsequent und erfolgreich fortgeführt und werden nach dem Abschluss der Exel-Übernahme weltweit der führende Logistiker sein", sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel. Er hat dem ehemaligen Staatsmonopolisten einen konsequenten Kurs der Internationalisierung verordnet, um die Abhängigkeit der Post vom Briefmonopol in Deutschland zu beenden. Das Monopol soll 2007 enden.

Hälfte des Umsatzes aus dem Ausland

Bereits in den ersten neun Monaten 2005 fuhr die Post mit 16,2 Mrd. Euro rund die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland ein. Die Anlaufverluste in den USA, wo die Post den Konkurrenten UPS und FedEx die Stirn bieten will, konnte der Konzern verringern. Der operative Verlust in der Region Americas summierte sich auf 264 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte die Post dort noch einen Verlust von 436 Mio. Euro hinnehmen müssen. Finanzchef Ernst bekräftigte, im vierten Quartal 2006 wolle die Post in der Region die Verlustzone verlassen.

Trotz des Milliarden-Zukaufs von Exel und der Übernahme der BHW durch die Tochter Postbank schließt der Konzern weitere Übernahmen nicht aus. Finanzchef Ernst sagte: "Als gute Kaufleute würden wir aber nicht ausschließen, mögliche attraktive Optionen zu prüfen, falls sich diese im Markt ergeben sollten." Auf die Frage, ob die Post ein Übernahmeangebot für den niederländischen Konkurrenten TNT kontern würde, betonte er aber, dass der Konzern zunächst die Integration von Exel bewältigen müssen. "Wir kommentieren Marktgerüchte nicht", fügte Ernst hinzu. (APA/Reuters)

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