Grasser hat keinen Einblick in Vernehmungsprotokolle

21. November 2005, 09:31
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Finanzaufsicht weist Magazin-Darstellung zurück - Prüfbericht für die nächsten Tagen erwartet

Wien - In der BAWAG/Refco-Affäre um 425-Mio.-Euro-Kredite der österreichischen Bank an das amerikanische Brokerhaus Refco bzw. dessen Ex-Chef Phillip Bennett hat Finanzminister Karl-Heinz Grasser keinen Einblick in die Vernehmungsprotokolle, wies am Donnerstag die gemeinsam mit der Nationalbank prüfende Finanzmarktaufsicht (FMA) entsprechende Behauptungen in einem Magazinbericht zurück.

Trotz noch laufender Sonderprüfung im Gefolge der Refco-Affäre habe sich Grasser die Vernehmungsprotokolle des BAWAG-Vorstandes kommen lassen, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Format" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe. FMA-Sprecher Klaus Grubelnik wies dies am Donnerstag zurück: "Das ist falsch. Er kann sie nicht haben, weil sie bei uns liegen und er auch keinen Rechtsanspruch darauf hat."

Prüfung auf Auftrag

Der Minister sei zwar berechtigt, bei der unabhängig und weisungsfrei gestellten FMA eine Prüfung in Auftrag geben. Zu informieren sei er danach aber nur über die Ergebnisse, also die Conclusio aus Sicht der Aufsicht, sagte Grubelnik zur APA.

Der Bericht über die Vorort-Prüfungen bei der BAWAG P.S.K. wird für die nächsten Tage erwartet. Erst daraus können dann allfällige weitere Behördenschritte abgeleitet werden.

"Format" schreibt weiters, nun setze die BAWAG im Refco-Debakel - mit Verspätung - auch rechtliche Schritte: Gegen Bennett und sein Unternehmen werde via Betrugsanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien sowie einer Klage beim New Yorker Insolvenzgericht vorgegangen. (APA)

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