Tierschutzverein wehrt sich: "Keine Manipulation"

16. November 2005, 21:48
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Bilder und Ton des Elefantenvideos seien nicht verändert worden - Tierschützer fordern Stellungsnahme von Zoodirektor Pechlaner

Wien - Der Österreichische Tierschutzverein forderte vom Direktor des Wiener Tiergartens Schönbrunn, Helmut Pechlaner, am Freitag eine Stellungnahme zu den Videoszenen, die einen gewaltsamen Umgang mit der zweijährigen Elefantenkuh Mongu beim Training zeigen. Bisher hat sich nur Vizedirektor Harald Schwammer zu Wort gemeldet. "Er ist der zuständige Zoologe", so Sprecherin Barbara Sommersacher.

Nach Ankündigung will Pechlaner am Samstagvormittag auf Radio Wien im Rahmen der Sendung "Der Doktor und das liebe Vieh" den Vorfall kommentieren.

Bild noch Ton seien verändert

Der Österreichische Tierschutzverein (ÖTV) wies am Donnerstagnachmittag die Anschuldigung zurück, dass das Video mit der Elefantenkuh Mongu beim Trainieren im Tiergarten Schönbrunn, manipuliert worden sei. "Der Originalfilm ist etwa eine Stunde lang und wurde lediglich zur besseren Vorführbarkeit geschnitten, dies ist der einzige Eingriff gewesen", hieß es in einer Aussendung. Weder Bild noch Ton seien künstlich verändert worden.

Auch die Behauptung, dass das Umreißen des Elefantenmädchens mehrmals aneinandergeschnitten wurde, sei falsch - es handle sich um verschiedene Szenen. "Lediglich die Sequenz des Prügelns wird in Zeitlupe wiederholt", so der ÖTV. Dadurch höre sich auch der Ton verfälscht an.

Belohnungsszenen nicht heraus geschnitten

Ebenso falsch sei der Vorwurf, dass Belohnungen für Mongu aus dem Film geschnitten worden seien. "In der ungekürzten Fassung ist gelegentlich zu sehen, wie der misshandelnde Pfleger das Tier nach der Behandlung lieblos tätschelt." Einmal werde dem Elefantenmädchen Futter angeboten. Dies nehme der Sache jedoch nicht den tierquälerischen Aspekt.

Das vom stellvertretenden Direktor des Tiergartens, Dr. Harald Schwammer, behauptete "Prügelverbot" in Schönbrunn sei durch das Video eindeutig widerlegt. Der "Schläger" im Video würde "ohne Grund und ohne jegliche Not" auf das Tier einschlagen. Mit einem normalem Training habe das nichts gemein.

Als "absolut untergriffig" bezeichnete der Verein die Behauptung, dass das Video gerade jetzt veröffentlicht wurde, um Spendengelder zu lukrieren. Der Veröffentlichungszeitraum orientiere sich einzig und alleine an der Tatsache, dass das Video erst vor kurzem zugespielt worden sei. "Auf Grund der Beweisbarkeit aller Anschuldigungen sieht der Österreichische Tierschutzverein einer allfälligen Klage des Tiergartens mit Gelassenheit entgegen", hieß es in der Aussendung. (APA)

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