Ein Hauch von Österreich

13. November 2005, 00:22
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Einige Bundesliga-Legionäre hoffen auf letzte Fahrkarten nach Deutschland

Wien - 27 plus 5 aus 10 ist 32 - so lautet die Fußball-Formel für die finale Phase der WM-Qualifikation. Am Samstag und vier Tage später werden die Protagonisten des FIFA-Turniers 2006 auf 32 Teilnehmer komplettiert. Zu den bisher 27 qualifizierten Ländern für Deutschland wird sich aus den Hin- und Rückspielen der Barrage ein Quintett gesellen. Und dabei ist es durchaus möglich, dass der Worldcup noch weiteren österreichischen Touch bekommt.

Mit den Austrianern Mario Tokic, Joey Didulica (beide Kroatien), Sebastian Mila, Arek Radomski (beide Polen), Mikael Antonsson, sofern dieser ins schwedische WM-Aufgebot berufen wird, und dem Admiraner Eric Akoto (Togo) macht sich bereits ein halbes Dutzend Bundesliga-Legionäre mehr oder weniger Hoffnungen, im nächsten Jahr nicht nur als WM-Zuschauer, sondern mit ihren Nationalteams dabei zu sein. Und Chancen auf aktives Dabeisein dürfen sich noch einige weitere "Österreicher" machen.

Allen voran die zwei Rapidler Peter Hlinka, Jozef Valachovic und der rekonvaleszente Austrianer Vladimir Janocko. Sie wurden vom slowakischen Teamchef Dusan Galis in den 22-köpfigen Kader für die Treffen mit Spanien berufen. Der 26-jährige Hlinka schätzt die Aufgabe durchaus realistisch ein. "40:60 Prozent gegen uns", sagt der zuletzt mit einer Schambein-Entzündung kämpfende Mittelfeldspieler vor dem ersten Spiel in Madrid. Dass die Slowaken gereift und vor allem zu beachten sind, beweist ihre Statistik: Seit Juli 2004 ging nur ein Länderspiel (0:2 gegen Portugal) verloren!

Auch die zwei weiteren europäischen "Endspiele" haben rot-weiß-roten Bezug. Der Wiener Violette Sigurd Rushfeldt kreuzt in Oslo mit Tschechien die Klingen. Dem Stürmer haben es die Norweger zu verdanken, dass sie in ihrem Pool noch Zweiter wurden. Rushfeldt hatte im vorletzten Gruppenspiel das Goldtor zum 1:0 gegen Moldawien geköpfelt und so die Türe nach Deutschland offen gehalten. Danach brachte abermals ein 1:0 in Weißrussland die Barrage-Chance.

Auf der Gegenseite drücken die Austrianer Libor Sionko, dessen rekonvaleszenter Klubkollege Stepan Vachousek, die auch gerne WM-Luft Schnuppern wollen, und Vratislav Lokvenc, der wegen seiner Kreuzband-Operation am Freitag allerdings ein halbes Jahr pausieren muss, die Daumen. Vor der WM 2002 scheiterten die Tschechen im Playoff an Belgien. Dass es diesmal klappt, dazu soll der fürs Team reaktivierte 33-jährige Juve-Star Pavel Nedved beitragen. "Wir sind stark, aber mit ihm sind wir noch stärker", posaunt Teamchef Karel Brückner, der neben Lokvenc mit Jan Koller auch seinen zweiten "Riesen"-Stürmer vorgeben muss.

Ebenfalls ihre besonderen Reize und Verbindungen mit der Alpenrepublik hat die Partie zwischen dem österreichischen EM-Partner 2008 Schweiz und den Türken, die in der Barrage vor vier Jahren das ÖFB-Team unter Otto Baric den Weg nach Japan und Südkorea mit einem 1:0 in Wien und einem 5:0 in Istanbul versperrt haben. Die Eidgenossen sind seit 13 Länderspielen ungeschlagen (zuletzt 21. Juni 2004 EM in Coimbra gegen Frankreich 1:3) und zuversichtlich. Nati-Trainer Köbi Kuhn: "Jede Mannschaft ist in Reichweite der Schweizer, also auch die Türken."

In Übersee kommt es zu den Partien Trinidad/Tobago - Bahrain (Concacaf- Asien-Zone) und Uruguay - Australien (Südamerika- Ozeanien-Zone). Alle fünf Rückspiele werden am kommenden Mittwoch ausgetragen. Auf freundschaftlicher Basis steht in den nächsten Tagen eine Flut von Länderspielen mit den "Krachern" Frankreich - Deutschland, Niederlande - Italien oder Argentinien - England auf dem Programm. (APA)

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