Mit neuem Dress gegen Frankreich

11. November 2005, 16:23
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20.000 Fans kamen zum Training des Deutschen Teams - Tricolore gewannen gegen Costa Rica nur dank Zaubertor Henrys

Köln/Paris - Etwas mehr als ein halbes Jahr vor Beginn des FIFA-Worldcups ist in Deutschland bereits das WM-Fieber ausgebrochen. Zum Mittwoch-Training von Michael Ballack und Co., die am Samstag (21 Uhr/live ZDF) in Paris gegen Frankreich ein freundschaftliches Fußball-Länderspiel bestreiten, waren unter Flutlicht fast 20.000 Zuschauer in der Kölner Arena erschienen und sorgten für Volksfeststimmung. Eine solche Kulisse während einer Übungseinheit bedeutete DFB-Rekord.

Davor hatte der WM-Gastgeber im goldenen Konfettiregen in einem Kinosaal den neuen WM-Dress für 2006 präsentiert. "Mir gefällt das Trikot, vor allem, weil es wieder weiß ist", meinte DFB-Teamchef Jürgen Klinsmann. Die neue "Arbeitskleidung" werden die Deutschen erstmals am Samstag im Stade de France tragen. "Klinsi" sieht der letzten Partie des Jahres zuversichtlich entgegen. "Das letzte Spiel bleibt immer hängen. Wir wollen etwas reißen, gewinnen", kündigte der 41-Jährige an.

Christoph Metzelder fällt für den von Klinsmann geplanten Härtetest der Innenverteidigung gegen Thierry Henry und David Trezeguet wegen Verletzung aus, dafür meldete sich aber Ballack nach einer Oberschenkel-Blessur zurück: "Mir geht es wieder besser." Im Sturm werden die Gäste, die zuletzt gegen China und die Türkei dürftige Vorstellungen ablieferten, wohl mit Lukas Podolski und Mirolslav Klose antreten. Das Duo soll zum ersten Sieg gegen einen Großen seit fünf Jahren beitragen. Wegen der Unruhen in der Seine-Metropole werden die Deutschen von zwei Sicherheitskräften begleitet.

Die "Equipe tricolore", die am Mittwoch dank eines Zaubertores von Henry drei Minuten vor dem Schlusspfiff auf Martinique gegen Costa Rica 3:2 gewonnen hatten, brachten aus Übersee ein altes Problem mit. Ohne Zinedin Zidane und den im August im Gefolge des Stars ins Team zurückgekehrten Claude Makelele scheinen die Franzosen sieben Monate vor WM-Beginn auf höchstem Niveau nur bedingt konkurrenzfähig. Allein das 31. Teamtor von Henry, der hinter Michel Platini (41Treffer) zweitbester Goalgetter der Franzosen ist, vereitelte die erste Niederlage seit dem EM-K.o. im Viertelfinale 2004 gegen Griechenland.

Hätte es sich nicht um ein Benefizspiel für eine Flugzeugkatastrophe mit 152 Toten aus Martinique im August gehandelt, dem in 16 Partien seiner Amtszeit unbeschlagenen Teamchef Raymond Domenech hätte die Kritik heftig ins Gesicht geweht. So überwogen die Emotionen nach dem ersten Heimspiel der Grand Nation in einem Übersee- Department. "Sie haben dort ihr Herz gegeben", schrieb Frankreichs Sportbibel "L'Equipe" und meinte damit nicht nur die Aufholjagd nach der Pause.

Sieben Spieler mit Wurzel auf den Antillen, u.a. Kapitän Thuram, Henry und Anelka, waren im Kader und die 16.000 Zuschauer in Fort-de-France feierten ihre Helden. Henry, dessen Mutter aus Martinique stammt, wurde nach dem Spiel auf Schultern getragen. "Alles ist positiv. Wir wären untergegangen, hätten wir nicht nach der Pause reagiert. Die ersten 45 Minuten waren zum Vergessen", stellte Domenech, dessen Elf 0:2 zurückgelegen war, nüchtern fest. (APA/dpa/Reuters/AFP)

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