Treibhausgase: NGOs, Grüne und SPÖ fordern drastische Einsparung

10. November 2005, 14:46
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Nationale Klimaschutzziele sollen verbindlich fixiert werden

Wien/Montreal - Im Vorfeld der UNO-Klimaschutzkonferenz Ende November in Montreal fordern Global 2000, Greenpeace und WWF, die Umweltsprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, ebenso wie SPÖ-Umweltsprecher Kai Jan Krainer von Umweltminister Josef Pröll (V) einen Gesetzesvorschlag, in dem Österreich sich verpflichtet, bis 2020 insgesamt 30 und bis 2050 nicht weniger als 80 Prozent der Treibhausgase einzusparen. Die Umweltorganisationen wiesen in einer Aussendung am Donnerstag darauf hin, dass Österreich nach dem Kyoto-Protokoll 13 Prozent Treibhausgase einsparen müsse, derzeit aber bei knapp 17 Prozent über den Werten des Basisjahres 1990 liege.

Einige europäische Staaten wie zum Beispiel Deutschland hätten bereits nationale Klimaschutzziele bis 2020 fixiert. Österreich sei nicht nur beim Klimaschutz gegen verbindliche Ziele, sondern auch bei allen Maßnahmen, die in Europa das Erreichen dieser Klimaschutzvorgaben ermöglichen würden, bemängelten die Umweltorganisationen und nannten in diesem Zusammenhang die Richtlinien für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Rückzieher

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) habe einen ursprünglich auch von Pröll mitgetragenen Beschluss der EU-Umweltminister vom Februar 2005 torpediert. Dass Pröll nun keine Ambitionen mehr hat, in Montreal für die Fixierung verbindlicher Ziele für nach 2012 einzutreten, belegten seine Aussagen, wonach man den Bogen bei der Klimakonferenz nicht überspannen solle, meinte Glawischnig in einer Aussendung.

"Hochwasserkatastrophen, Hitzeperioden und der Rückgang der Gletscher sind klare Anzeichen des Klimawandels", meinte die Politikerin. Alle seriösen Klimaexperten forderten eine radikale Reduktion der Treibhausgasemissionen. "Die Fixierung langfristiger Ziele ist daher das Gebot der Stunde für Montreal", so Glawischnig. Österreich stehe beim Klimaschutz im EU-Vergleich bereits an vorletzter Stelle und werde bald der "Umweltsünder Nr. 1" in Europa sein, so Krainer. (APA)

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