Atomgespräche durch neue Forderungen Nordkoreas an die USA belastet

14. November 2005, 10:26
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Pjöngjang fordert Aufhebung der US-Sanktionen gegen nordkoreanische Firmen - Kritik an jüngster Bush-Äußerungen

Peking/Seoul - Mit weiteren Forderungen an die USA hat Nordkorea nach südkoreanischen Berichten bei den Sechs-Länder-Gesprächen über ein Ende seines umstrittenen Atomprogramms neue Hürden aufgestellt. Der nordkoreanische Unterhändler Kim Gye Kwan habe am zweiten Verhandlungstag von den USA verlangt, die eingefrorenen Vermögen nordkoreanischer Firmen freizugeben, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag aus Peking. Mit den Strafmaßnahmen gefährdeten die USA eine Einigung bei den Atomgesprächen, wurde Kim unter Berufung auf verhandlungsnahe Quellen zitiert.

In den von Kim angesprochen Fällen handelte es sich laut Yonhap um Firmen, die die US-Behörden verdächtigen, in Lieferungen zum Bau von Massenvernichtungswaffen verwickelt zu sein. Außerdem habe Kim von den USA gefordert, Vorwürfe fallen zu lassen, wonach Pjöngjang an Geschäften mit Drogen und der Herstellung von Falschgeld beteiligt sein soll. Der südkoreanische Unterhändler Song Min Soon sagte, Nordkorea habe "unerwünschte Probleme" aufgeworfen. Trotzdem erwarte er, dass die Gespräche wie geplant bis zum Freitag fortgesetzt würden.

Der US-Delegationsführer Christopher Hill hatte zuvor bekräftigt, dass Nordkorea zunächst seine Atomreaktoren abschalten und die Wiederaufarbeitung von verbrauchten Kernbrennstäben stoppen müsse. Darin sehen die USA den ersten Schritt zur Verwirklichung von Vereinbarungen, die die Teilnehmer der Sechs-Länder-Gespräche im September getroffen hatten. Nordkorea sagte den Verzicht auf sein umstrittenes Atomprogramm im Gegenzug zu Wirtschaftshilfen und Sicherheitsgarantien zu. Auch forderte Nordkorea die gleichzeitige Bereitstellung von Leichtwasserreaktoren durch die USA.

Ungeachtet der Berichte über neue Probleme meldete das staatliche chinesische Radio, Nordkorea habe den "stufenweisen" Abbau seines Atomwaffenprogramms angeboten. Die anderen Länder hätten versprochen, Nordkorea nicht auf eine Schwarze Liste mit Staaten zu setzen, die den Terrorismus fördern. Als Gastgeber der Atomgespräche dringt China auf einen Plan zur Realisierung der getroffenen Vereinbarungen. "China hofft, dass wir tief gehende Diskussionen führen und einen Plan ausarbeiten können, der von den betroffenen Seiten akzeptiert werden kann", sagte Außenminister Liu Jianchao. (APA/dpa)

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