Preisvergleicher sind keine Geizhälse

21. November 2005, 13:43
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Online-Shopping erfreut sich wachsender Beliebtheit – Einkaufs­willige, die sich gerne auf Preisvergleichsseiten tummeln, sind nicht die Knauser, für die sie oft gehalten werden

Wien – 980 Händler – rund ein Drittel des heimischen Elektrohandels (ohne EDV-Händler) - bieten ihre Produkte oder Information dazu auf Geizhals.at an. Die Preisvergleichsplattform ist laut WU Wien mit 84,4 Prozent die am häufigsten genützte derartige Website und interessierte sich für die Struktur der Nutzer und Nichtnutzer und deren Verhalten.

Wenig Überraschendes gab es in einer am Donnerstag vor Journalisten präsentierten Studie der Wirtschaftsuniversität Wien hinsichtlich der Nutzer. Überwiegend 20 bis 40 jährige männliche User sind derzeit das Hauptklientel der technologieorientierten Plattform, wobei die Damenwelt zumindest aufholt. Mehr Berichtenswertes gab es hinsichtlich des Userverhaltens.

Wissen was gekauft wird

Nutzer von Geizhals.at wollen sich intensiv informieren, ehe sie ein Produkt einkaufen. Sie ziehen durchschnittlich drei bis vier Produkte in Erwägung, ehe sie dann tatsächlich zuschlagen. Dann allerdings sind sie keineswegs die Schnäppchenjäger, als die sie gerne hingestellt werden.

"Beim Kauf von Elektronikprodukten geben sie insgesamt mehr Geld aus als die Nichtnutzer", so Studienautor Johannes Cech von der WU Wien. Interessant für den Handel und die Industrie, so Fritz Scheuch vom Institut für Marketing-Management an der WU, sei wohl außerdem die Tatsache, dass dann Preisvergleichsnutzer in gleichem Maße bei reinen Online-Händlern wie beim Fachhändlern ums' Eck' einkaufen.

Viel häufiger etwa als im Elektrogroßmarkt. "Denn", so ergänzt Geizhals.at-Sprecherin Vera Pesata, "den Kunden geht es keinesweg in erster Linie um den Preis. Vielmehr ist für den tatsächlichen Kauf dann eine Kombination aus Preis, Service, Verfügbarkeit und Sicherheit entscheidend."

Die Einschätzung, der Fachhandel werde von Online-Shoppern und dem Großhandel verdrängt, entspräche nicht der Realität. Scheuch rät daher den Elektro-Fachhändlern, künftig verstärkt mit Online-Medien zu kooperieren.

Zufriedenere Kunden

"Nutzer von Preisvergleichen kennen mehr Marken als Nichtnutzer, kaufen öfter Elektronikprodukte, lassen sich bei Informationsbeschaffung und Kaufentscheidung mehr Zeit und geben pro Kopf deutlich mehr Geld aus", so ließe sich die Studie zusammenfassen, erklärte Pesataka.

"In der Regel sind Geizhals-Kunden also zufriedenere Kunden", resümiert sie. Was dann allerdings etwas relativiert wurde. "Ich erstand jüngst einen Staubsauber beim Großhändler und war sehr zufrieden nach dem Kauf", so Fritz Scheuch. Heute würde er das Gerät zurücktragen, weil es nicht seinen Erwartungen entspräche.

Über Geizhals.at

Bei der Online-Einkaufsplattform Geizhals.at, Anbieter von Preisvergleichen im Internet, sind nach eigenen Angaben rund 150.000 Artikel gelistet. Pro Monat werden im Durchschnitt rund 45 Mio. Euro auf Geizhals.at umgesetzt.

Bei einem Preisvergleich auf Geizhals.at sei eine Ersparnis von bis zu 60 Prozent möglich, so Pesatka. Beliebteste Produkte: Digitalkameras, Notebooks, Handys, MP3-Player und Espresso-Maschinen.

Geizhals.at verzeichnet derzeit zwischen 1,3 und 1,5 Mio. "Unique Clients" pro Monat. Insgesamt würden sich bei Geizhals.at 3,5 Millionen Preise finden, die stündlich aktualisiert werden.

Betreiber von Geizhals.at ist die Preisvergleich Internet Services AG mit Sitz in Wien, Vorstand des Unternehmens und Gründer von Geizhals.at ist Marinos Yannikos. (rb)

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    Online-Preisvergleicher nehmen sich viel Zeit, um sich zu informieren und einzukaufen. Knausrig wie Dagobert Duck sind sie allerdings keineswegs.

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