Staatsanwältin bekämpft Freisprüche

6. Dezember 2005, 09:18
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"Ich habe bereits Rechtsmittel angemeldet" - Strafen für Notarzt und Polizist akzeptiert

Wien - Staatsanwältin Rudas-Tschinkel wird die acht Freisprüche bekämpfen. "Ich habe bereits Rechtsmittel angemeldet", erklärte sie am Donnerstag zum Prozess um den Tod des im Wiener Stadtpark ums Leben gekommenen Seibane Wague.

Für die Anklägerin fest, dass sämtliche zehn Beschuldigte zu verurteilen gewesen wären. Sie sei mehr denn je davon überzeugt, dass jeder Einzelne von ihnen Mitverantwortung für das tödliche Geschehen trage, erklärte sie gegenüber der APA. Rudas- Tschinkel muss die schriftliche Urteilsausfertigung abwarten, ehe sie die Rechtsmittel ausführen kann.

Urteile für Notarzt und Polizist ausreichend

Die Urteile für den schuldig gesprochenen Notarzt und einen Polizisten werden von der Staatsanwaltschaft akzeptiert. Der Staatsanwältin scheinen die dafür verhängten Strafen angemessen, wenn man den Strafrahmen von bis zu einem Jahr bedenkt. "Bei bisher Unbescholtenen ist das sicher ausreichend." Dass das Gericht die von der Anklage angenommenen "gefährlichen Verhältnisse" nicht für gegeben erachtet hatte, was den Strafrahmen auf bis zu drei Jahre erhöht hätte, akzeptiert die Staatsanwaltschaft ebenfalls.

Die beiden wurden wegen fahrlässiger Tötung zu jeweils sieben Monaten bedingter Haft verurteilt. Dem Arzt legte das Gericht zur Last, die gebotenen Maßnahmen, wie Zuruf an die Beamten, die Fixierung zu beenden, Prüfung von Wagues Vitalfunktionen und unverzügliche Erste Hilfeleistung, unterlassen zu haben. Als Arzt hätte er den lebensbedrohlichen Zustand des Mauretaniers erkennen müssen.

Der Polizist wurde schuldig erkannt, weil er sich mit seinem Körpergewicht von 85 Kilo minutenlang über den Brustbereich des am Boden fixierten Mannes befunden hat und Seibane so das Atmen verunmöglicht hatte.(APA)

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