Streit um Telekom-KV eskaliert - Protest vor T-Mobile-Sitz am Montag

10. November 2005, 11:53
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Über 1.000 Teilnahmer bei Betriebsversammlung erwartet

Bei den Gehaltsverhandlungen für rund 4.000 Beschäftigte der alternativen heimischen Mobilfunk- und Telekom-Betreiber ist ein heftiger Streit entbrannt. Nach stundenlangen Verhandlungen in zweiter Runde hat die Gewerkschaft für kommenden Montag um 9 Uhr zu einer Betriebsversammlung vor der Wiener Zentrale von T-Mobile Austria aufgerufen. In Gewerkschaftskreisen ging man am Donnerstag von über 1.000 Teilnehmern aus.

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Die Arbeitgeber haben eine Erhöhung der Ist-Gehälter um 2 Prozent plus 100 Euro Einmalzahlung sowie eine 2-prozentige Erhöhung der Mindestgrundgehälter vorgeschlagen. Die Gewerkschaft verlangt zumindest eine Abgeltung der Inflation von 2,5 Prozent plus einen Anteil am generellen Wirtschaftswachstum und der hohen Produktivität der Telekom-Branche, erklärte GPA-Verhandler Karl Proyer auf APA-Anfrage.

"Es ist einfach unfair"

Angesichts des Jobabbaus in den vergangenen Monaten und hoher Ausgaben für Werbung, Firmenzukäufe und für Zugeständnisse im Streit um die Handymastensteuer hätten die Arbeitnehmer kein Verständnis, dass die Unternehmen nun nicht einmal die Inflation akzeptieren wollten. "Es ist einfach unfair, dass die Konkurrenz um Billigsttarife zu Lasten der Beschäftigten gehen soll und die Kosten der Einigung rund um die Sendemasten in Niederösterreich unmittelbar an die Beschäftigten weitergegeben werden", so Proyer.

"Wenn die T-Mobile das will, kann sie das öfter haben."

Vor allem die Geschäftsführung von T-Mobile als größter alternativer Mobilfunkanbieter stehe nach der jüngsten Debatte um einen Arbeitsplatzabbau wegen der tele.ring-Übernahme "vor der Entscheidung, ob sie die Verhandlungen weiterführt oder den sozialpartnerschaftlichen Weg verlassen wolle", sagte der Gewerkschafter und er droht in Hinblick auf die Betriebsversammlung: "Wenn die T-Mobile das will, kann sie das öfter haben."

"Sehr solidarisch"

Einen Antrag auf weitere Proteste im Rahmen der Betriebsversammlung schloss Proyer nicht aus. Der jungen Generation in der Telekom-Branche sei mittlerweile "sehr solidarisch", der "sozialpartnerschaftliche Ethos" sei ihr grundsätzlich "fremd". Die nächste KV-Verhandlungsrunde haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber für 22. November angesetzt. "Verhandlungen müssen aber schon echte Verhandlungen sein", betonte der Gewerkschafter.

Von dem dabei diskutierten Telekom-KV nicht erfasst sind die rund 14.000 Beschäftigten bei der Telekom Austria und deren Tochter Mobilkom. Dort ist die nächste Verhandlungsrunde für kommenden Montag angesetzt worden. Betriebsratschef Michael Kolek hatte zum Auftakt bei der Gehaltserhöhung einen "Dreier vor dem Komma" verlangt. (APA)

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