"Sport am Ende"

28. Dezember 2005, 12:06
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Gezielter Dopingtest überführte Roberto Heras - Verdächtige Leistungssteigerung bei Vuelta-Rekordsieger

Madrid - Der spanische Profi-Radsport bangt wegen der Doping-Affäre um Vuelta-Rekordsieger Roberto Heras um seinen Ruf und seine Sponsoren. "Der Sport ist praktisch am Ende", sagte ein Team-Direktor am Mittwoch der Zeitung "El Pais". Auch die Sportzeitung "Marca" sieht die Fahrer ihren Sport zu Grunde reichten: "Wenn wir das Feld der Fahrer sehen, müssen wir uns fragen, ob dies alles Test-Meerschweinchen aus dem Versuchslabor sind."

Heras beteuerte am Mittwoch ebenso seine Unschuld wie sein Liberty-Seguros-Teamchef, der für seinen Topstar "die Hand ins Feuer legen würde". Solange die Untersuchung der B-Probe, die erst am 21. November geöffnet wird, nicht vorliegt, ist der 31-jährige Spanier ohnehin nicht des Dopings mit Erythropoetin (EPO) überführt, Blutdoping zudem schwer nachzuweisen. Dennoch erhielt Heras von einem Anwalt den Rat, die Testergebnisse anzufechten.

Der Kletterspezialst war bei seinem vierten Vuelta-Sieg in der abgelaufenen Saison einem gezielten Dopingtest ins Netz gegangen, weil er dem Radsport-Weltverband UCI schon zuvor verdächtig erschienen war. Nach seinem schlechten Abschneiden bei der Tour de France zwei Monate zuvor präsentierte sich Heras bei der Rundfahrt in seiner Heimat plötzlich in Höchstform. "Wie kann ein Fahrer so dumm sein, und seine Karriere aufs Spiel setzen?", fragte die "Marca" berechtigt.(APA/dpa)

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