Tests zu Tempo 160: Drei Viertel halten sich an Tempo 130

16. November 2005, 08:10
94 Postings

Messungen auf der A2 - Nur 3,4 Prozent der Lenker rasen - Gorbach: "Test nicht repräsentativ"

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hat einen Tempo-Test auf dem Autobahnteilstück auf der A2, zwischen Graz West und Mooskirchen durchgeführt. Das Ergebnis sprach gegen Gorbachs Pläne der Tempoerhöhung.

24 Stunden wurde auf der A2 gemessen. Dabei kam das Kuratorium für Verkehrssicherheit zu dem Ergebnis, dass Drei Viertel der Autofahrer Tempo 130 einhalten. Nur 3,4 Prozent der Autofahrer sind im A2-Abschnitt 160 km/h oder mehr gefahren.

Genau 20.373 Fahrzeuge wurden auf dem 14 Kilometer langen Abschnitt mit jeweils drei Fahrstreifen gemessen. "Es handelt sich eigentlich um eine laufende Messung, hat aber gut zur Diskussion um Tempo 160 gepasst", erklärte der steirischen Landesleiter des KfV, Peter Felber. Das Ergebnis überraschte: "72,7 Prozent waren mit unter 130 km/h unterwegs." , so der KfV-Experte. Die Anhebung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit würde aus heutiger Sicht einer relativ kleinen Minderheit zu Gute kommen.

Risiken

Auch der Zeitfaktor ist laut Felber zu vernachlässigen: "Es ergibt sich in dem Abschnitt lediglich eine Zeitersparnis von einer Minute", so der Verkehrsexperte. Die Untersuchung, die von einer Brücke aus durchgeführt wurde, ergab weiter, dass fast die Hälfte aller Lenker deutlich zu dicht auffährt. "Zu hohe Geschwindigkeit und zu wenig Abstand stellen einen tödlichen Cocktail dar", so der Landesleiter.

Wichtiges Argument gegen die Anhebung des erlaubten Maximaltempos ist laut Felber die höhere Inhomogenität der auf den verschiedenen Fahrspuren gefahrenen Geschwindigkeiten. Hinzu käme außerdem noch das Lärm- und Abgas-Argument, das ebenfalls gegen Tempo 160 spreche, so der steirische KfV-Landesleiter.

"Fragen unbeantwortet"

Zum Test meldete sich Donnerstagnachmittag auch Verkehrsminister Vizekanzler Hubert Gorbach (B) zu Wort. Wie sein Sprecher Martin Standl sagte, sei der Test sei nicht repräsentativ, weil die Strecke willkürlich gewählt und keine Angaben zur Auswahl gemacht worden waren. "Zahlreiche Fragen blieben bei dem Test unbeantwortet", so Standl.

Fragen wie "Wurden die Straßen- und Asphaltverhältnisse, die Wetter- und Witterungsverhältnisse sowie die Verkehrsdichte getestet?" würde der Test nicht beantworten, so der Gorbach-Sprecher. Auch nicht, welche Fahrzeuge erfasst wurden. Wahrscheinlich seien alle Fahrzeuge erfasst worden, auch Lkw, Busse und dergleichen, für die Tempo 160 sowieso nicht gelten würden. (APA)

Share if you care.