HVB steigert Gewinn stärker als erwartet

21. November 2005, 13:20
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Rampl: Bank voll auf Zielkurs - BA-CA-Österreich- und Osteuropa-Geschäft trägt 713 Millionen Euro bei - HVB: Aussage zu möglichen Rückstellungen wegen Fusion in Q4 "rein präventiv"

Frankfurt - Die HypoVereinsbank (HVB), Mutter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), macht nach dem Milliardenverlust des Vorjahres wieder satte Gewinne. Ein höherer Provisionsüberschuss und ein besseres Handelsergebnis ließen den Betriebsgewinn im dritten Quartal um zwei Drittel auf 676 Mio. Euro hochschnellen.

Damit übertraf die HVB die Erwartungen der Analysten deutlich. Unter dem Strich machte die Bank in den ersten neun Monaten 890 Mio. Euro Gewinn und erreichte damit schon fast ihre Zielmarke von 1,1 Mrd. Euro im Gesamtjahr.

Ertragskraft nachhaltig gestärkt

Vorstandschef Dieter Rampl sagte am Donnerstag: "In allen Bereichen des Kundengeschäfts haben wir unsere Ertragskraft nachhaltig gestärkt. Mit Blick auf das Gesamtjahr liegen wir voll auf Zielkurs." Die HypoVereinsbank werde 2005 ihre Kapitalkosten verdienen und damit ein maßgeblicher Bestandteil der italienischen UniCredit-Gruppe sein.

UniCredit hat im Oktober annähernd 90 Prozent der HVB-Aktien übernommen. Die Fusion soll nächste Woche formal vollzogen werden. Rampl, der den Vorsitz des UniCredit-Aufsichtsrates übernehmen soll, sagte: "Die HVB Group verzeichnete im bisherigen Jahresverlauf eine ausgesprochen erfreuliche finanzielle Entwicklung und konnte im dritten Quartal operativ nochmals zulegen."

Der Provisionsüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 25 Prozent, das Handelsergebnis verdreifachte sich fast, und auch der Zinsüberschuss legte leicht zu. Zugleich konnte die HypoVereinsbank die Kreditrisikovorsorge um 28 Prozent drücken.

Zum kräftig gestiegenen Betriebsergebnis in Höhe von 1,615 Mrd. Euro trug das lange angeschlagene Geschäftsfeld Deutschland 513 Mio. Euro, das von der Tochter Bank Austria geführte Österreich- und Osteuropageschäft 713 Mio. und das Großkunden- und Investmentbanking 672 Mio. Euro bei.

324 Millionen Euro Überschuss

Der Überschuss schoss von nur 10 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 324 Mio. Euro empor. Dank eines deutlichen Rückgangs der Risikovorsorge und operativen Verbesserungen hat die HVB im dritten Quartal 2005 den Gewinn deutlich gesteigert und die Markterwartungen übertroffen. Für das Gesamtjahr gab sich die unmittelbar vor dem Abschluss der Fusion mit der italienischen UniCredit stehende Münchener Bank optimistisch.

Der Überschuss 2005 werde wie angekündigt mindestens eine Milliarde Euro betragen, so Rampl. Mit einer Eigenkapitalrendite von acht bis neun Prozent werde die Bank ihre Kapitalkosten verdienen. Allerdings schloss die HVB nicht aus, dass im Schlussquartal 2005 wegen des Zusammenschlusses mit UniCredit Restrukturierungsrückstellungen gebucht werden müssen. Die Kernkapitalquote solle zum Jahresende nahe sieben Prozent liegen.

Keine Restrukturierungsrückstellung

Die HVB hat derzeit keine konkreten Pläne, im Schlussquartal 2005 eine Restrukturierungsrückstellung im Zusammenhang mit der Übernahme durch die italienische UniCredit vorzunehmen. "Es handelt sich um eine rein präventive Formulierung", sagte ein Sprecher der Münchener Bank am Donnerstag zu einer entsprechenden Passage im Zwischenbericht für das dritte Quartal. "Unsere Jahresziele gelten unverändert."

Die bisher für die weitere Entwicklung formulierten Risiken hätten unverändert Bestand, hatte es in dem Quartalsbericht geheißen. "Nicht berücksichtigt ist dabei, dass die HVB Group im vierten Quartal 2005 eventuell die Bildung einer Restrukturierungsrückstellung im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss von HVB und UniCredit vornehmen muss, deren Höhe noch nicht feststeht." (APA/Reuters/AP)

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