"New York Times"-Reporterin Judith Miller hat gekündigt

21. November 2005, 11:08
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War zentrale Figur im Regierungsskandal um Enttarnung einer CIA-Agentin

Eine "New York-Times"-Starreporterin, die zu den zentralen Figuren im Regierungsskandal um die Enttarnung einer CIA-Agentin gehörte, hat ihren Job gekündigt. Chefredakteur Bill Keller würdigte Judith Miller (58) als preisgekrönte Kollegin, die in ihren 28 Jahren bei der Zeitung Entschlossenheit und Mut bewiesen habe. Dem Abgang war eine bittere Auseinandersetzung zwischen den beiden vorausgegangen.

Preisgabe der Quellen verweigert

Miller hatte die Preisgabe vertraulicher Quellen im Weißen Haus verweigert und war deshalb im Sommer drei Monate im Gefängnis gewesen. Dabei ging es um den Skandal um die Enttarnung einer Geheimdienstagentin. Der Stabschef von Vize-Präsident Richard Cheney, Lewis Libby, war darüber gestolpert und ist inzwischen wegen Falschaussage angeklagt worden. Er hatte bei den Ermittlungen angegeben, den Namen der Frau von Reportern erfahren zu haben. In Wirklichkeit hatte er die Information aus Regierungskreisen und hatte mit Reportern, darunter Miller, über die Frau gesprochen.

Umstrittene Artikel zu angeblichen Massenvernichtungswaffen

Die Zeitung hatte Miller zunächst den Rücken gestärkt. Sie verließ das Gefängnis im Oktober, um schließlich doch auszusagen. Anschließend warf Keller ihr vor, die Kollegen über ihre Kontakte mit Libby in die Irre geführt zu haben. Miller bestritt dies. Sie war unter Kollegen auch umstritten, weil sie mehrere Artikel über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak geschrieben hatte, die sich später als falsch herausstellten. (APA/dpa)

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    Judith Miller

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