Drahtzieher der Bali-Anschläge angeblich von Fahndern erschossen

3. Dezember 2005, 11:30
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Erste Berichte, der mutmaßlicher Attentäter habe sich in die Luft gesprengt, von Polizei dementiert

Jakarta - Der in Indonesien getötete mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge von Bali hat sich nach neuesten Angaben nicht selbst in die Luft gesprengt, sondern ist von der Polizei erschossen worden. Fahnder hätten Azahari Husin bei der Razzia auf der Insel Java mit drei Schüssen getötet, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. "Er hat keine Zeit mehr gehabt, seine Sprengstoffweste zu zünden." Der Mann, der sich in die Luft gesprengt habe, sei Azaharis Komplize Arman gewesen. Anrainer hätten der Polizei gesagt, dass die beiden Männer seit etwa drei Monaten in einer Villa in der Gebirgsstadt Batu gelebt hätten; die Fahnder hätten dort eine Brille und eine Schusswaffe von Azahari gefunden, sagte der Sprecher.

Identität noch zu klären

Der indonesische Polizeichef Sutanto hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass den Fingerabdrücken zufolge einer der beiden Toten Azahari war. Um dies zu beweisen, müsse aber noch das Erbmaterial untersucht werden. Es war am Freitag nicht klar, ob die DNA der beiden Männer tatsächlich noch untersucht werden würde.

Die indonesische Polizei hat indessen Videoaufnahmen von den drei Selbstmord-Attentätern gefunden, die im Oktober auf der Insel Bali 20 Menschen in den Tod gerissen haben.

Erstes Extremisten-Video in Indonesien

In den Videos hätten die Männer den Westen verurteilt und ihre Bereitschaft zum Sterben geäußert, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Aufnahmen seien in dieser Woche bei der Verfolgung mutmaßlicher Extremisten gefunden worden, bei der auch Azahari Husin, einer der meist gesuchten radikalen Moslems Südostasiens, getötet worden war. Es sei das erste Mal, dass Selbstmord-Attentäter in Indonesien vor ihren Anschlägen Botschaften auf Video aufgenommen hätten, sagte die Polizei. Im Mittleren Osten ist dies häufig der Fall.

Die Attentäter hatten sich am 1. Oktober in vollbesetzten Restaurants in den Touristenhochburgen Jimbaran und Kuta in die Luft gesprengt. Die Polizei rechnet die Anschläge Azahari und seiner Extremistengruppe Jemaah Islamiah an. (Reuters/APA/Red)

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