Syrien vernimmt Verdächtige im Zusammenhang mit Hariri-Mord

24. November 2005, 14:27
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Sechs von UN-Ermittler Mehlis zu Befragung in den Libanon beorderte Offiziere seien wegen Vernehmungen verhindert

Damaskus - Syrien ist offenbar noch immer nicht bereit, den Forderungen der Vereinten Nationen (UN) im Zusammenhang mit der Ermordung des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri in vollem Umfang Folge zu leisten.

Sechs von UN-Ermittler Detlev Mehlis zu einer Befragung in den Libanon beorderte Offiziere seien wegen Vernehmungen durch eine syrische Untersuchungskommission verhindert, sagte ein Sprecher der Kommission am Mittwoch in Damaskus. "Die Kommission hat ernsthafte Ermittlungen aufgenommen und die sechs von der UN Benannten werden befragt. Sie bleiben vermutlich in Syrien, bis die Verhöre abgeschlossen sind", sagte der Sprecher.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana hatte zuvor aus einem Brief des von der Regierung in Damaskus eingesetzten Ermittlers zitiert, Staatsanwalt Mehlis könne mit den syrischen Behörden über eine Zusammenarbeit sprechen. Der Berliner Staatsanwalt ermittelt im Auftrag der UN wegen des Attentats auf den Syrien-Kritiker Hariri im Februar in Beirut. Seinem Zwischenbericht zufolge gibt es Hinweise auf eine Verstrickung ranghoher Syrer in den Anschlag.

Der UN-Sicherheitsrat forderte die Führung in Damaskus daraufhin in einer Resolution auf, den Ermittlern zu helfen. Anderenfalls drohen dem Land nicht näher definierte Folgen. In informierten Kreisen im Libanon hieß es, unter den sechs Personen sei auch der Schwager des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, Assef Schaukat. (Reuters)

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