Orangen packen ihre Bananenschachteln

9. November 2005, 21:06
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Die Mitarbeiter sind weg, das Büro geräumt

Wien - Wer mit dem Wiener BZÖ in Kontakt treten will, sollte die Handynummer des Pressesprechers kennen. Ein Besuch im Rathaus lohnt sich jedenfalls nicht. Am Mittwoch um zehn Uhr endete ein solcher vor verschlossenen Türen. Niemand da. "Das kann schon sein", sagt Pressesprecher Lukas Brucker - und fügt ein "seit der Wien-Wahl" an.

"Wir sind ja von der schnellen Truppe und haben schon das Büro geräumt", bittet auch Landesparteichef Günther Barnet im Gespräch mit dem STANDARD um Verständnis. Die Mitarbeiter seien seit Ende Oktober weg. Nur die Noch-Abgeordneten hätten weiterhin Zutritt. Den haben sie noch bis zur konstituierenden Sitzung des Gemeinderates am 18. November. Dann gehen die Räumlichkeiten offiziell an die so genannte Amtsraumlenkung zurück - und werden wohl von einer Magistratsabteilung übernommen.

Und weil man schon beim Zurückgeben ist, wurden auch gleich die Vespas, die beim Wiedereinzug in den Gemeinderat eigentlich verlost werden hätten sollen, an die Eigentümer retourniert: dem Bundes-BZÖ. Und von dem hänge natürlich auch die weitere Zukunft der Wiener Gruppe ab, sagt Barnet. Inhaltlich stehe noch vieles "in den Sternen". Jedenfalls falsch sei es, "die bessere FPÖ sein zu wollen". Vielmehr solle man als sozialliberale Partei punkten. Die Arbeit nach dem gescheiterten Versuch, in den Gemeinderat zu kommen, sei "ohne hauptamtliche Strukturen" natürlich sehr schwierig. Immerhin, ein neues Quartier soll schon gefunden sein, so Barnet: "Erst diese Woche habe ich ein diesbezügliches Angebot eines freundschaftlichen Gönners erhalten." Wer das ist und wo das Büro liegt, ist noch ein Geheimnis: "Das muss der Vorstand noch absegnen."

Während bei den Orangen die Bananenschachteln bereits eine tragende Rolle übernommen haben, müssen die anderen Stadtparteien noch zuwarten. Begehrlichkeiten gibt es viele, doch erst nach der konstituierenden Gemeinderatssitzung soll über die Raumaufteilung zwischen den Klubs verhandelt werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 10.11.2005)

Von Peter Mayr
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    foto: standard/matthias cremer
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