Jetzt geht's ans Feilschen

17. November 2005, 17:46
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Schlüssel zur Budgetverteilung soll bis Ende 2006 stehen

Wien - Bis zum Abschluss der Budgetverhandlungen ist man gemeinsam marschiert, künftig werden die Uni-Rektoren auf die Profilierung der eigenen Universität setzen.

Denn die Verteilung der Finanzmittel ist noch offen, der Schlüssel für die Leistungsvereinbarungen will erst gefunden werden. Eine Arbeitsgruppe der Rektorenkonferenz erstellt bis Mitte Dezember gemeinsam mit dem Bildungsministerium einen Kriterienkatalog, bis Ende 2006 müssen die Leistungsvereinbarungen für 2007 bis 2009 beschlossen sein. Rektorenchef Christoph Badelt skizziert im STANDARD-Gespräch das Ziel: "Die Unis sollen nicht in eine Rangordnung gebracht werden." Letztlich werde "dem Bildungsministerium nichts anderes übrig bleiben, als Zusatzprojekte entsprechend zu gewichten und zu sagen, wir zahlen Projekt A oder Projekt B." Wettbewerb der 21 Unis inkludiert.

Badelts Freude über die elfprozentige Budgetsteigerung ist ungetrübt: "Ich glaube, dass ein solch rechtsverbindlicher Zuwachs unter explizitem Verzicht auf die Bindung eine signifikante Verbesserung darstellt." Damit könne der Finanzminister, dessen Zusage mittels Vorbelastung der Budgets '07 bis '09 möglich wurde, selbst bei budgetären Nöten nicht aus der Vereinbarung hinaus. Einen Regierungswechsel (im Herbst 2006 sind Nationalratswahlen) könnte der Pakt aber möglicherweise nicht überstehen. "Eine neue Regierung kann diese Bindung natürlich verändern, nur mehr kann ich von der jetzigen nicht verlangen, als dass sie diesen Rechtsakt setzt", sagt Badelt.

Weniger Budget würde es unter SP-Führung ohnehin nicht geben, versichert SP-Bildungssprecher Josef Broukal. Er wirft den Rektoren "Mutlosigkeit" vor. Die Qualität von Forschung und Lehre würde mit dem jetzt erzielten Budget-Ergebnis nicht verbessert. (DER STANDARD, Printausgabe, 10.11.2005)

Von Karin Moser
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