Durst auf Jungwein ist ungelöscht

14. Dezember 2005, 16:58
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Boom in Österreich - Jungwein-Marken werden immer beliebter, Rückgang international

Wien - Österreichische Jungweine haben in den letzten Jahren die seinerzeit führenden Jungweinmarken Beaujolais Nouveau aus Frankreich oder den Novello aus Italien verdrängt. Die heimische Gastronomie ist voll auf den Trend zu österreichischen Jungweinen aufgesprungen. Die Österreichische Weinmarketing bewirbt seit nunmehr bereits zehn Jahren die Dachmarke "Junger Österreicher". Darunter haben sich diverse regionale Jungweinmarken angesiedelt, am bekanntesten wohl der "steirische Junker".

Beliebtes Nischenprodukt in Österreich

Bei allem Erfolg der Jungweine in Österreich soll er doch so etwas wie ein Nischenprodukt bleiben. Derzeit werden in Österreich rund 150 Millionen Liter Qualitätswein hergestellt, davon entfallen 2,5 Millionen Liter auf Jungweine. Weiter ausbauen will man das Volumen der Jungweine nicht, sagt Weinmarkting-Geschäftsführer Michael Thurner. Auch für den Export wird er nicht aktiv beworben. "Das Hauptaugenmerk liegt weiter auf den trockenen Weiß- und Rotweinen", so Thurner. Der Jungwein sei wichtig, dürfe aber angesichts geringerer Wertschöpfung für die Winzer nicht überbewertet werden.

International: Einbruch bei Jungweinen

International erklärt Thurner den Einbruch bei Jungweinen vor allem mit dem generell sinkenden Weinkonsum bei den traditionellen Weingroßmächten. In Österreich ist das nicht der Fall, hier herrscht Weineuphorie. So werden auch 98 Prozent der österreichischen Jungweine in Österreich getrunken. Rückgängig ist heuer hierzulande lediglich die Weinernte, von "normal" 2,5 Mio. Hektolitern auf zwei Millionen hl.

Beim Konsum gilt: Je früher ein Wein auf den Markt kommt, desto früher sollte er getrunken werden. Wie wohl auch bei einigen Jungweinmarken die Lagerung des Weines möglich ist. (miba, DER STANDARD, Printausgabe vom 10.11.2005)


Billiger Weißer

Deutsche trinken immer mehr und immer billigeren Weißwein aus Österreich. Rotwein in hoher Qualität wird dagegen in geringeren Mengen ins Nachbarland exportiert.

Mit 1,2 Mrd. Liter zu einem Einfuhrwert von 1,5 Mrd. Euro hat Deutschland im Jahr 2004 soviel Wein importiert wie noch nie zuvor. 32,6 Mio. Liter davon hat Österreich geliefert - und belegt damit den Rang acht unter den Lieferanten. (APA)

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    foto: öwm/faber
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