[rau]: Anus Mundi

11. November 2005, 15:07
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Aber wo ist jetzt der Arsch der Welt, österreichmäßig gesehen?

Linz ist also nicht "der Arsch der Welt". Da ist ein Spiegel-Reporter nach Linz gekommen zu dem Prozess gegen den deutschen Rapper Bushido (Japanisch für „Weg des Kriegers“) und hat von „Chemie, Langeweile, Drogen, Ghetto- Stadt“ geschrieben. Nebelig war es übrigens auch, also: AdW. Inzwischen hat der Spiegel-Reporter das wieder etwas zurückgenommen: "Ich bin mir sicher, Linz ist auch ganz schön."

St.Eichkatz

Ja, schon. Aber wo ist jetzt der Arsch der Welt, österreichmäßig gesehen? Gibt es den überhaupt? Was ist die Definition? Inzwischen kriegt man in jedem Grenznest einen „Caffè Latte“. In den Gourmet- Kolumnen liest man immer wieder von sensationell kreativen Wirtshäusern in St. Eichkatz am Walde. Im steirischen Oberzeiring gibt’s laut Kulturstaatssekretär Morak die besten Shakespeare-Aufführungen Österreichs. Zum Missvergnügen von Opern-Chef Holender, der gern eine ordnende Hand über das klassische Musikwesen in Österreich behalten würde, führen sie jetzt auch in Gemeinden wie Erl in Tirol (1415 Einwohner, Ortsteile u.a. Öd und Winkl) den „Ring der Nibelungen“ und „Elektra“ auf.

Kann es sein, dass es einen richtigen „Arsch der Welt“ bei uns gar nicht mehr gibt? Wäre fast ein Kulturverlust. (DER STANDARD Printausgabe, 10.11.2005)

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