"Elefanten-Video ist manipuliert"

16. November 2005, 21:48
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Tiergarten-Vizedirektor vermutet Aktion von Tierschutzvereinen, die Spenden lukrieren wollen

Wien - Das Video, auf dem das Elefantenkind Mongu angeblich gequält wurde, sei auf verschiedensten Ebenen manipuliert und verzerre die Trainingsmethoden im Tiergarten, erklärte der Schönbrunn-Vizedirektor Harald Schwammer am Mittwochnachmittag am Rande eines Pressetermins. "Die Szenen, in denen das Tier belohnt wurde, sind herausgeschnitten worden. Beim Schlag auf Mongus Kopf wurde ein falscher Ton dazugespielt", sagte er im Gespräch mit der APA. Über eine etwaige Klage soll in den kommenden Tagen entschieden werden.

Schreie "erklärbar"

Dass das zweijährige Elefantenkind am Video herzzerreißende Schreie ausstößt, ließe sich einfach erklären: "Wenn junge Elefanten das Hinlegen lernen, werden sie mit Seilen auf den Boden umgezogen - das ist eine absolut vertretbare Methode. In dieser ungewohnten Situation schrecken sich die Tiere bei den ersten Malen und schreien." So hätte auch Mongu keine Schmerzensschreie ausgestoßen, sondern vor Schreck die Laute von sich gegeben. An der Stelle, wo das Hinlegen trainiert wird, befänden sich zum Schutz des Tieres auch noch Gummimatten und Stroh am Boden, betonte der Vizetiergartendirektor.

Kein Originalton

Der Schlag auf den Kopf der kleinen Elefantenkuh sei eine Zurechtweisung gewesen. Auch an dieser Stelle sei das Video manipuliert. "Was hier zu hören ist, ist nicht der Originalton", so Schwammer. Er selbst habe das Video erst gesehen, nachdem Medien es ihm zur Verfügung gestellt haben.

"Sind Attacken gewohnt"

"Wir sind es gewohnt, dass wir von diversen Vereinen alle drei Monate attackiert werden", demonstrierte der Vizedirektor Gelassenheit. Speziell vor Weihnachten würden Anfeindungen gehäuft auftreten, um Spenden zu lukrieren. Dass das Video von einem Schönbrunn-Mitarbeiter nach außen getragen wurde, schloss Schwammer aus.

Mit den Elefanten das Hinlegen zu trainieren, sei wichtig um sie als Ausgewachsene beispielsweise am Rücken noch Waschen könne, oder Blutproben vom Ohr zu nehmen. Alle Kommandos, die die Tiere lernen, würden durch Antippen mit dem Elefantenhacken und Belohnungen gelehrt. "Das ist wochen- und monatelanges Training", so Schwammer. Ein Einbrechen - also das gewaltsame Brechen des Willens - würde in Schönbrunn nicht vorkommen. "Diese Anschuldigungen sind völliger Unsinn." (APA)

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