Chronologie: Vorwürfe gegen Tiergarten Schönbrunn

16. November 2005, 21:48
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Immer wieder Zwischen- und Todesfälle

Wien - Vorwürfe und negative Schlagzeilen rund um die Elefantenhaltung im Tiergarten Schönbrunn, wie sie am Mittwoch vom Österreichischen Tierschutzverein erhoben wurden, hat es bereits in der Vergangenheit gegeben. Der Erfolgsweg von Zoodirektor Helmut Pechlaner, der den Tiergarten seit 23 Jahren leitet, wurde immer wieder von diversen Zwischen- und Todesfällen auch bei anderen Tierarten begleitet:

- 1997: Zwei Tigerbabys sterben kurz nach ihrer Geburt - der Österreichische Tierschutzverein (ÖTV) behauptet, die Jungen wären verhungert. Oberveterinärrat Hermann Gsandtner entkräftet diesen Vorwurf allerdings im anschließenden Gutachten und verweist darauf, dass der Tod der Tiere auf ihre Unreife zurückzuführen sei.

- 1998: Das Nachrichtenmagazin "profil" erhebt unter Berufung auf den Bericht eines ehemaligen Tierpflegers Vorwürfe bezüglich schlechter Haltung und unmotivierter Prügel gegen die Dickhäuter. Der Tiergarten geht vor Gericht.

- 2000: Zwischen ÖTV und dem Tiergarten entbrennt eine Kontroverse um das Schicksal des Bärenfindelkindes "Stoffi", das wegen einer schweren Krankheit eingeschläfert werden musste. Die Kritik: Der Zoo habe den Bären aus Gewinnsucht zur Schau gestellt, obwohl seine Erkrankung seit langem bekannt gewesen sei. Der Tiergarten droht eine Klage an und bezeichnet die Behauptung als "absurd".

- 2001: Eine Schulklasse muss mit ansehen, wie Dickhäuterbaby "Abu" von einem Pfleger geschlagen wurde, weil er eine Scheibtruhe umgeworfen hatte. Der Tiergarten bestätigt, dass die "g'sunde Watsch'n" als Erziehungsmethode bei Elefanten - auch bei Abu - angewendet wird.

- 2002: Eine Tierpflegerin wird im Raubtiergehege von einem Jaguar getötet. Der Tiergartenleiter selbst wird bei dem Unglück schwer verletzt, als er der Frau zu Hilfe eilen wollte.

- 2005: Zoodirektor Pechlaner gerät ins Visier der Kritik, nachdem der "Elefantenstar" Abu im Februar einen Pfleger attackiert und tödlich verletzt.

- 2005: Der ÖTV macht belastendes Videomaterial publik, auf dem das seiner Meinung nach brutale "Training" mit Dickhäuterbaby "Mongu" zu sehen ist. (APA)

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